Papst und Glaubenshüter Fernandez zum Fortgang des Rupnik-Prozesses

Seit Jahren erschüttert Rom der Sex-Skandal um den Ex-Jesuiten Rupnik. Seit etwa einem Monat untersucht ein vom Vatikan einberufenes Sondergericht den Fall. Nun äussern sich der Papst und sein Glaubenshüter zum Fortgang.

(CIC) Der Papst bittet um Geduld beim derzeit laufenden Prozess gegen den Ex-Jesuiten Marko Rupnik. Dem slowenischen Künstler und Priester wird von mehreren Frauen vorgeworfen, er habe sie sich unter Ausnutzung seiner Autorität als Geistlicher sexuell gefügig gemacht. Prozesse brauchten Zeit, sagte Leo XIV. vor Journalisten am Dienstagabend. «Ich weiss, dass es schwierig ist, von den Opfern Geduld zu verlangen, aber die Kirche muss die Rechte aller Menschen respektieren.» Er hoffe, dass dieser Prozess Gerechtigkeit und Klarheit schaffe, so der Papst vor seiner Abreise aus Castel Gandolfo.

Entscheidung vielleicht noch dieses Jahr

Mitte Oktober hatte die vatikanische Glaubensbehörde ein fünfköpfiges Sondergericht ernannt. Die Frauen und Männer, die laut Vatikan keine Ämter in der Kurie innehaben, sollen im Sex-Skandal rund um Rupnik entscheiden. Papst Franziskus hatte im Oktober 2023 angeordnet, weiter gegen den Slowenen zu ermitteln, obwohl die Rupnik zur Last gelegten Taten kirchenrechtlich verjährt sind.

Der Leiter des Glaubensdikasteriums, Kardinal Victor Fernández, hatte sich ebenfalls am Montag zu dem laufenden Prozess geäussert. Am Rande einer Konferenz in Rom gab er an, nichts über den genauen Stand der Untersuchung zu wissen, weil die Richter frei arbeiteten. Auf die Frage, ob noch in diesem Jahr mit einer Entscheidung zu rechnen sei, antwortete Fernández: «Wir hoffen es.»

Papst bestätigt Kunst-Entfernung zum Opferschutz

Rupnik hat als Mosaik-Künstler zahlreiche Kirchen und Kapellen in aller Welt gestaltet. 2023 wurde er «wegen Ungehorsams» von den Jesuiten aus dem Orden ausgeschlossen, blieb aber weiter Priester. Ferner hatte sein ehemaliger Orden bestätigt, dass Rupnik im Jahr 2020 wegen sexueller Vergehen mit erwachsenen Frauen zeitweise exkommuniziert war.

Der Umgang mit Rupniks Kunstwerken ist seit Bekanntwerden der Vorwürfe umstritten. In manchen Kirchen, deren Fassaden oder Innenräume Rupnik mit seinen Werken ausschmückte, wurden diese nach Bekanntwerden der Vorwürfe verhängt. In anderen Gebäuden sind sie weiterhin zu sehen. Auch auf den Internetseiten der Vatikanmedien wurden seine Bilder lange zur Illustration genutzt; rund einen Monat nach Amtsantritt von Leo XIV. verschwanden sie.

Dass seine Werke an einigen Orten verdeckt oder von Websites entfernt wurden, sei geschehen, «um den Opfern nahe zu sein», bestätigte der Papst am Dienstagabend. Immer wieder hatten Opferschutz-Experten darauf hingewiesen, dass Betroffene unter der fortwährenden Sichtbarkeit von «Täterkunstwerken» litten.


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