Synodale Teams spielen eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung des Reformprojekts einer synodalen Kirche. Diesen Monat treffen sich Teams aus aller Welt in Rom – auch aus der Schweiz. «Die Teams sollen voneinander lernen, wie in den nächsten eineinhalb Jahren in ihren Diözesen mehr Synodalität wachsen kann», umschreibt Fredy Bihler von der Synodalitätskommission das Ziel.
Barbara Ludwig
In Rom findet vom 24. bis 26. Oktober das Jubiläum der synodalen Teams statt. Auch die Schweizer Bistümer werden je ein Team nach Rom entsenden.
Synodale Teams sind von den Bischöfen eingesetzte Gruppen, die in den Diözesen das kirchliche Leben beleben und den synodalen Weg unterstützen, wie die nationale Synodalitätskommission auf ihrer Webseite mitteilt. «Sie gelten als Laboratorien der Synodalität, als Orte, an denen Beteiligung, Rechenschaft, Mitentscheidung und Mitverantwortung erprobt und weiterentwickelt werden.»
Die synodalen Teams spielen demnach eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der von Papst Franziskus angestossenen Kirchenreform für mehr aktive Teilnahme der Gläubigen. Das Treffen in Rom markiere den Auftakt der im Sommer gestarteten Umsetzungsphase der Weltsynode, so die Mitteilung.
Insgesamt wird die Schweizer Delegation etwa 20 Personen umfassen. Nebst den synodalen Teams der Bistümer, von denen sich viele noch im Aufbau befinden, wird die nationale Synodalitätskommission mit sechs Personen in Rom vertreten sein.
Dies teilt ihr Geschäftsführer Fredy Bihler auf Anfrage von kath.ch mit. Mit dabei sei unter anderem Roland Loos, Präsident der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ). Ob auch Bischöfe teilnehmen werden, sei im Moment nicht bekannt, sagt Oliver Wäckerlig, Mitarbeiter der Geschäftsstelle, gegenüber kath.ch.
«Die synodalen Teams sollen voneinander lernen, wie in den nächsten eineinhalb Jahren in ihren Diözesen mehr Synodalität wachsen kann», umschreibt Fredy Bihler das Ziel des Treffens.
Es gehe um Austausch und eine Absprache über den Verlauf der nächsten Etappe auf Ebene der Diözesen. «Spannend wird sein, wie es die anderen Teams angehen. Was in anderen Teilen der Welt bereits gelaufen ist, wie sie arbeiten und was sie bereits erreicht haben.»
Die Schweizer Delegation wird die besondere Kirchenstruktur des dualen Systems einbringen.
Diese sei auf Ebene der Weltkirche wenig bekannt, stosse aber auf grosses Interesse, weil man hierzulande in finanziellen Fragen eine sehr hohe Mitbestimmung habe und die Frage der Weiterentwicklung von Synodalität besondere Aufmerksamkeit erhalte, so Bihler. Einschränkend fügt er hinzu: «Dual ist per se noch nicht synodal. Dual schliesst aber schon eine hohe Beteiligung mit ein.»
Am Freitagabend, 24. Oktober, ist für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt eine Audienz mit Papst Leo XIV. vorgesehen. «Wir werden sicher gemeinsam daran teilnehmen. Ich bin gespannt auf den Austausch und die Möglichkeit des Gesprächs», so der Geschäftsführer der Schweizer Synodalitätskommission.
Das Treffen der synodalen Teams findet während des Jubiläumsjahres der katholischen Kirche statt. Auf dem Programm steht deshalb am Samstagmorgen, 25. Oktober, das Durchschreiten der Heiligen Pforte. Ab dem Mittag werden Workshops angeboten.
Im Juli hatte der Vatikan den Fahrplan für die Weltsynode bis 2028 veröffentlicht. Demnach wird die Umsetzung des Abschlussdokuments der Weltsynode vom 26. Oktober 2024 in fünf Phasen ablaufen. In einer ersten Phase sollen bis Dezember 2026 die Ergebnisse in den Bistümern sowie auf nationaler und internationaler Ebene umgesetzt werden. Dabei sollen synodale, also gemeinschaftliche, Beratungsmethoden und -strukturen geschaffen und erprobt werden.
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/schweizer-delegation-reist-zum-jubilaeum-der-synodalen-teams-in-rom/