An diesem Wochenende, 13. und 14. September, begehen Kloster und Dorf Einsiedeln den Weihetag der Gnadenkapelle in grossem Stil. Festliche Gottesdienste und eine grosse Prozession laden zur Mitfeier eines besonderen Festes ein.
(woz) Die kleine Kapelle in der grossen Einsiedler Klosterkirche ist ein besonderer Ort: ein Gnadenort, der Gottes Gegenwart und die Nähe der Mutter Jesu besonders erfahren lässt. Die Gnadenkapelle erinnert an den Ursprung des Ortes, da Kloster und Dorf aus der Einsiedelei des heiligen Meinrad (+861) entstanden sind, wie das Kloster Einsiedeln in einer Aussendung betont.
Die «Heilige Kapelle», wie sie über Jahrhunderte genannt wurde, begründete im Mittelalter den Ruhm Einsiedelns als einer der ganz grossen europäischen Wallfahrtsorte. Seit 559 Jahren beherbergt sie die Statue der Schwarzen Madonna von Einsiedeln. Und noch heute erfahren unzählige Menschen an diesem Ort: Hier berühren sich Himmel und Erde.
Wenn der 14. September auf einen Sonntag fällt, dann wird eine «Grosse Engelweihe» begangen. Und dies ist dieses Jahr im «Heiligen Jahr» der Fall. Um den historischen Weihetag der Einsiedler Gnadenkapelle, den 14. September 948, hat sich im Laufe des Mittelalters eine besondere Legende gebildet.
Sie erzählt, dass in der Nacht vom 13. auf den 14. September 948 Bischof Konrad von Konstanz (+975) Zeuge wurde, wie Jesus Christus höchstpersönlich zusammen mit Engeln und Heiligen das kleine Gotteshaus zu Ehren seiner heiligen Mutter Maria geweiht haben soll. So konnte sich für das Weihefest der Gnadenkapelle der volkstümliche Name «Engelweihe» einbürgern.
Wer sich in die Geschichte der Einsiedler Engelweihe und ihre spirituelle Bedeutung vertiefen möchte, ist kann am Sonntagabend um 19 Uhr an einer spirituellen Kirchenführung mit Pater Meinrad M. Hötzel teilnehmen.
Die schönsten Gottesdienste rund um die Einsiedler Engelweihe werden am Abend gefeiert: das sogenannte «Engelweihamt» am Vorabend, dem heutigen 13. September um 19 Uhr, und die berühmte Engelweih-Komplet mit Prozession am Festtag, dem 14. September um 20 Uhr.
Für das Pontifikalamt am 14. September um 9.30 Uhr wird der Apostolische Nuntius Erzbischof Martin Krebs erwartet. Der Botschafter des Papstes mit Sitz in Bern springt für Kardinal Kurt Koch ein. Auch die beiden Pontifikalvespern am 13. und 14. September um 16.30 Uhr lassen eintauchen in den besonderen Zauber der Einsiedler Engelweihe – denn die Gnadenkapelle ist bereits dann in ein Lichtermeer gehüllt!
Das Licht, das von der Einsiedler Gnadenkapelle ausgeht, greift dann im Laufe des Sonntagabends auf den Klosterplatz und die Häuser entlang der Hauptstrasse aus: Es wird scheinen, als ob das ganze Klosterdorf in ein Lichtermeer getaucht sein wird. Grund für die Illumination ist der fulminante Schlusspunkt der Einsiedler Engelweihe: die Komplet, das feierliche Nachtgebet der Mönche um 20 Uhr in der Klosterkirche.
Dabei wird das Allerheiligste in der Monstranz ausgesetzt und verehrt und anschliessend in einer feierlichen Prozession zur Gnadenkapelle, über den Klosterplatz, durch die Hauptstrasse und auf den Dorfplatz getragen. Vor dem ebenfalls festlich illuminierten Kultur- und Kongresszentrum «Zwei Raben» wird eine Station gehalten. Nach dieser gestalteten Gebetszeit am Aussenaltar führt die Prozession wieder zurück auf den Klosterplatz, wo noch einmal Halt gemacht wird.
Anschliessend wird das Allerheiligste in die Klosterkirche zurückbegleitet, wo am Hauptaltar der feierliche Schlusssegen gespendet wird. Ein fulminantes Orgelspiel, feierliches Glockengeläut und die traditionellen Böllerschüsse lassen die Feier akustisch ausklingen.
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