Abt Urban Federer: «Es ist ein Privileg, an diesem Ort zu wirken»

Urban Federer wurde wiedergewählt als Vorsteher des Klosters Einsiedeln – das erste Mal als amtierender Abt in der Geschichte des Klosters. Grund für kath.ch, beim 57-Jährigen nachzufragen, wie es ihm geht und was er sich für die neue Amtszeit vorgenommen hat.

Wolfgang Holz

Abt Urban, wie fühlen Sie sich als wiedergewählter Abt?

Abt Urban Federer: Glücklich! Es ist ein grosses Privileg, auf das Vertrauen der Mitbrüder und des Papstes bauen zu können. 

Ist die Tatsache, dass Sie erstmals als amtierender Abt wiedergewählt wurden, eine besondere Ehre für Sie, und zeigt dies, welches Vertrauen Sie unter Ihren Mitbrüdern geniessen?

Abt Urban: Eine Wiederwahl zeigt, dass sich die Mitbrüder vorstellen können, mit mir zusammen die nächsten Jahre zu gestalten. Dafür werde ich mich ganz eingeben. Die Wiederwahl zeigt auch das Schöne unserer benediktinischen Strukturen, die immer wieder freie Entscheidungen herbeiführen können. Die Gemeinschaft hätte ja auch die Möglichkeit gehabt, sich anders zu entscheiden. 

«Es ist mir weiterhin wichtig, Einsiedeln als Ort zu erhalten, an dem Menschen wertvolle Begegnungen machen können: mit Gott, mit anderen Menschen, mit sich selbst.»

Was haben Sie sich, kurz gesagt, in Ihrer zweiten Amtszeit vorgenommen?

Abt Urban: Es ist mir weiterhin wichtig, Einsiedeln als Ort zu erhalten, an dem Menschen wertvolle Begegnungen machen können: mit Gott, mit anderen Menschen, mit sich selbst. Zudem gehen wir auf ein grosses Jubiläum zu: 2034 feiern wir 1100 Jahre Kloster Einsiedeln. Aus starken Wurzeln wollen wir Zuversicht schöpfen und gemeinsam offenbleiben – für Pilgernde, für Menschen auf der Suche nach Orientierung und Hoffnung. Dabei gilt es, die Tradition zu bewahren und zugleich mutig neue Wege zu beschreiten. 

Was macht Ihnen am meisten Freude an Ihrer Aufgabe, Abt des Klosters Einsiedeln sein zu dürfen?

Abt Urban: Es ist ein Privileg, an diesem Ort zu wirken. Zudem bin ich gerne mit Menschen unterwegs. Und Gott sei Dank finden nicht weniger Menschen als früher den Weg zu unserem Wallfahrtsort. 

«Wir hatten Gott sei Dank auch in den letzten Jahren immer wieder neu Eintretende.»

Wie sieht die Zukunft des Klosters Einsiedeln aus angesichts älter werdender Mönche und rückläufiger Novizenzahlen?

Abt Urban: Wir hatten Gott sei Dank auch in den letzten Jahren immer wieder neu Eintretende. Auch in Zukunft kann ich so auf viele ältere und jüngere Mitbrüder bauen. Nicht die Grösse unserer Gemeinschaft wird aber in Zukunft entscheidend sein, sondern die Art und Weise, wie wir zusammenleben und unser benediktinisches Charisma leben.


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