Wenn die Kirchenkugel endlich eine Zeitkapsel hat

Die katholische Kirche St. Antonius in Diepoldsau-Schmitter wurde renoviert – obwohl sie noch keine 50 Jahre ist. Sie ist nun liturgisch klarer und schlichter. Das neue Kirchenkreuz und die Kirchenkugel wurden mit dem Helikopter auf den Kirchturm befördert.

Jacqueline Straub

In den vergangenen Wochen wurde die katholische Kirche St. Antonius in Diepoldsau-Schmitter renoviert. Sie ist zwar erst 47 Jahre alt, aber dennoch wurden kleine Änderungen vorgenommen, die zur grösseren Klarheit im liturgischen Raum beitragen sollen.

So wurde etwa eine Bankreihe entfernt, das Tabernakel umplatziert, der Kreuzweg wurde neu so aufgehängt, dass er vom Eingang aus betrachtet – nach rechts in Richtung Kircheninneres führt. Und: Die grosse Antoniusstatue ist nun im Vorraum der Kirche aufgestellt. Denn sie spielt für die Gläubigen der Gemeinde eine besondere Rolle und kommt am neuen Platz besser zur Geltung.

Enttäuschung wegen fehlender Zeitkapsel

Schon im Vorfeld gab es aus Reihen der Kirchenmitglieder Rückmeldungen, dass sie es gut finden, dass der Ambo nach vorne verlegt wird und dem «Tisch des Brotes mehr Bedeutung» gegeben wird, sagt Bernd Bürgermeister, Diakon und Pfarreibeauftragter aus Diepoldsau-Schmitter gegenüber kath.ch.

Doch auch aussen setzt die Kirche neue Akzente. So erhielt der Kirchturm, der älter als das Kirchenschiff ist, ein neues Kreuz und eine restaurierte Turmkugel. «Als wir die alte Turmkugel heruntergeholt und geöffnet haben, waren wir enttäuscht», sagt Bernd Bürgermeister. Denn sie war leer. Der Diakon hätte gedacht, dass dort eine Zeitkapsel enthalten ist. Nun hat die Pfarrei ein Dokument für eine Zeitkapsel angefertigt.

«Im Vertrauen auf Gottes bleibende Nähe und im Bewusstsein, dass wir unterwegs sind als ‹Pilger der Hoffnung›, legen wir diese Urkunde in die renovierte Kugel des Kirchturms der Antoniuskirche Diepoldsau-Schmitter», heisst es zu Beginn der Urkunde. Sie enthält den Sterbetag von Papst Franziskus und die Wahl von Papst Leo XIV. Ebenso, wann Bischof Beat Grögli zum Bischof von St. Gallen geweiht wurde.

Danach folgen Informationen über das derzeitige Pfarreiteam, den Pfarreirat und den Kirchenverwaltungsrat. Ebenso enthält die Urkunde die Angaben darüber, was in der Pfarrkirche renoviert wurde. Und: Es wurde Dank gegenüber Handwerksbetrieben ausgedrückt, die «mit grossem Engagement und handwerklicher Präzision» die Renovation ausgeführt haben.

Die Turmkugel und das Kreuz wurden dann mit einem Helikopter auf den Kirchturm geflogen. «Der Termin wurde vorher nicht gross kommuniziert», sagt Bernd Bürgermeister, Diakon und Pfarreibeauftragter aus Diepoldsau-Schmitter. Dennoch kamen rund 60 Personen zur Segensfeier.

«Heller, freundlicher Look»

Kritik an der Kirchenrenovation gab es nicht, sagt Bernd Bürgermeister. Mehrfach wurde aber von Seiten der Gläubigen positiv betont, dass für die Renovierung fast ausschliesslich Diepoldsauer Handwerksbetriebe beauftragt wurden.

Und dass der «helle und freundliche Look» und die positive neue Atmosphäre im Vergleich zu dem «dunklen, schlecht ausgeleuchteten Raum» und dem «Überdekorierten» gut bei den Menschen ankommen. Ebenso seien die liturgischen Orte nun leichter verständlich.

Beim Festgottesdienst zur Wiedereröffnung der Pfarrkirche wurde mit Glockenläuten und festlichem Orgelspiel das Allerheiligste in einer Prozession wieder in die Kirche getragen und in den Tabernakel gestellt, sagt Bernd Bürgermeister, Diakon und Pfarreibeauftragter aus Diepoldsau-Schmitter gegenüber kath.ch.


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