Marienbild sucht Kirche

Die Künstlerin Andrea Roder hat per Zufall ein Marienbild gemalt – und sucht derzeit eine Kirche oder eine Kapelle, in der das Ölgemälde ausgestellt wird. Möglich wäre auch ein Kauf des Kunstwerkes, sagt sie.

Jacqueline Straub

«The light of love» – das Licht der Liebe, so heisst das Gemälde, das die Künsterin Andrea Roder Honegger aus Zug gemalt hat. Dass sie ein 1,8 x 1,5 Meter grosses Marienbild malt, stand nicht fest, als sie sich vor ihre Kunststaffelei stellte. «Ich bin meiner Intuition gefolgt. Es ist ohne Plan so gekommen. Ich lasse mich beim Malen sehr gerne vom Herzen führen und schaue, was entstehen will», sagt sie.

Zuerst malte Andrea Roder Honegger die Silhouette eines Menschen, die zur Frau wurde, später kam ein blauer Schleier hinzu. In dem Moment wurde ihr klar, dass sie Maria gemalt hatte. «Es war, als hätte sie mich gewählt – um auf dieser Leinwand zu erscheinen. Ich bin einfach ihren Linien gefolgt, und sie hat sich wie von selbst offenbart», so die Künstlerin. Das Bild der Gottesmutter kam «still, weich und stark» – und vor allem leuchtend, wie die Strahlen um Marias Haupt deutlich zum Ausdruck bringen.

Kraftvolle Maria

Beim Malen ist sie ihrer Intuition und ihrer ganzen Weiblichkeit gefolgt. Die Gottesmutter Maria ist für die Künstlerin eine «Urfrau», ein Archetyp der Frauen: Sie ist tief verbunden mit dem Leben und der Erde. Zudem steht Maria für das Mütterliche in allen Frauen. Und gleichzeitig kann Maria zur Ansprechperson jener werden, die Schicksale im Leben ertragen müssen.

Ihr Bild will an das Heilige im Weiblichen erinnern. Die Zugerin ist seit Kindesbeinen an durch die Gottesmutter Maria geprägt worden: Zum Schlafengehen hat ihre Mutter ihr auch Marienlieder vorgesungen und sie selbst lernte früh Mariengebete.

Das Marien-Kunstwerk wurde in Zug in der Mariahilfkapelle ausgestellt, jedoch nur im Marienmonat Mai. «Jetzt steht es wieder in meinem Keller. Das ist einfach schade. Es ist ein edles Ölgemälde und diese Maria ist es wert, einen sichtbaren Raum zu erhalten», sagt Andrea Roder Honegger. «Das Bild trägt eine Kraft und Ruhe in sich, die ich zeigen möchte.» Sie bezeichnet das Kunstwerk als ein Geschenk – «nicht nur für mich, sondern auch für andere Menschen.» Deswegen sucht sie nun eine Kirche oder auch eine anderen Ort, an den die Muttergottes gehen darf.

In den umliegenden Pfarreien hat die Künstlerin bislang keine Möglichkeit gefunden, das Marienbild längerfristig auszustellen. «Es ist ein Werk, das mich selber sehr berührt und in das ich viel Liebe gelegt habe – dennoch scheint so ein Sujet in der heutigen Zeit nicht mehr gefragt zu sein. Das macht mich nachdenklich, ein wenig enttäuscht und traurig», sagt sie.

Ausleihen oder kaufen

Die Künstlerin wünscht sich, dass das Bild dort einen Platz findet, an dem es anderen Menschen gut tut, Hoffnung schenkt und Freude bereitet. «Ich kann es mir in einer Kapelle, einer Kirche, einem Pfarreiheim, einem Pfarrhaus oder einem öffentlichen Raum, Hospiz oder Spital vorstellen», sagt sie. Als Leihgabe.

Das Bild kann aber auch privat käuflich erworben werden. Bilder in dieser Grösse und Wertigkeit verkauft die Künstlerin zwischen 4000 und 6000 Franken. Beim Preis gibt es aber einen Spielraum, sagt Andrea Roder Honegger, wenn sie spüre, dass es an den «richtigen» Ort komme. Das Maria Bild kann auch eine Zeitlang ausgeliehen werden, «denn wer das Bild gesehen hat, weiss, dass alles schöner ist, als dass dieses grossartige Werk im Keller steht».


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