Noch hat die neue Skisaison nicht begonnen. Die Möglichkeit für Skistar Wendy Holdener, sich in der slalomfreien Zeit Gedanken über für sie lebenswichtige Dinge zu machen. Über den Sinn des Lebens gar. Die 32-Jährige hat vergangenes Jahr ihren Bruder Kevin verloren, der nach einem langjährigen Krebsleiden starb.
Wolfgang Holz
«Der Sinn des Lebens ist die Zeit so zu nutzen, dass man mit möglichst viel Zufriedenheit und innerer Ruhe durch sein Leben gehen kann», sagt die Schwyzerin jüngst in einem Interview mit der «Weltwoche».
Die 32-jährige Skifahrerin stammt aus Unteriberg. Sie verbringe gern viel Zeit mit ihren «Lieblingsmenschen». Auch Essen bereitet ihr grosse Freude jeden Tag. «Und dass ich einen Job ausüben darf, bei dem ich täglich an mir arbeiten darf, um besser zu werden.»
Wobei sie ihren Job als Skirennfahrerin in den vergangenen zwölf Jahren wahrlich nicht schlecht ausgeübt hat. Sie hat bei Olympischen Spielen Gold, und je zweimal Silber und Bronze gewonnen, ist dreifache Skiweltmeisterin und hat fünf Weltcupsiege bei 38 Podestplätzen errungen. Zudem ist sie in der Werbung sehr erfolgreich. Und doch zeigt sie sich immer bescheiden und bodenständig.
Auch weil sie ein Familienmensch ist. Der Tod ihres geliebten 34-jährigen Bruders und Managers, Kevin Holdener, der im Februar 2024 einem langjährigen Krebsleiden erlegen ist, hat sie schwer mitgenommen. Kraft in Momenten der Verzweiflung gebe ihr nun «ein Telefonat mit meinem Freund oder der Familie», verrät sie gegenüber der «Weltwoche».
«Die Heirat ist für mich ein gegenseitiges Versprechen, dass man das ganze Leben mit dieser einen Person verbringen will. Das finde ich toll.»
Wendy Holdener findet Heiraten auch gut. «Die Heirat ist für mich ein gegenseitiges Versprechen, dass man das ganze Leben mit dieser einen Person verbringen will. Das finde ich toll und glaube auch, dass das Eheversprechen enger zusammenschweisst.» Beim Wort «Gott» bekennt sie der «Weltwoche», dass «ich katholisch aufgewachsen bin und an eine höhere Macht glaube.»
Als die grösste Ungerechtigkeit auf Erden, empfindet Wendy Holdener, so ihre Antwort in der «Weltwoche»: «Dass der Ort, an dem man geboren wird und aufwächst, Schicksal ist.» Das klingt schon sehr philosophisch – wobei Wendy Holdener wohl nirgends anders so glücklich leben könnte wie in Unteriberg.
Dort hat sie sich mittlerweile auch ein Haus gebaut, in das sie inzwischen eingezogen ist. Das Flachdach musste der Gemeinderat allerdings erst speziell genehmigen – gibt es doch sonst nur Häuser mit schiefen Giebeln in ihrer Heimat. Im Ybrig.
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/wendy-holdener-bin-katholisch-aufgewachsen-und-glaube-an-hoehere-macht/