Pfarrer von Castel Gandolfo: «Die Päpste brauchen dieses Mikroklima»

Seit einigen Tagen weilt Papst Leo XIV. in Castel Gandolfo. Am Sonntag wird er in der Pfarrkirche des Städtchens in den Albanerbergen eine Messe feiern. Pilger und Einwohner von Castel Gandolfo freuten sich über die Rückkehr des Papstes in seine Sommerresidenz, sagt der dortige Pfarrer und Salesianer Tadeusz Rozmus. Er bereitet den Anlass vor.

Barbara Ludwig

Papst Leo XIV. hat sich am vergangenen Sonntag für zwei Wochen in sein Feriendomizil in Castel Gandolfo zurückgezogen. Die päpstliche Sommerresidenz in den Albaner Bergen oberhalb des gleichnamigen Sees war in den Jahren des Pontifikats von Franziskus verwaist geblieben. Denn der Vorgänger von Leo XIV. zog es vor, den ganzen Sommer über in Rom zu bleiben.

Tadeusz Rozmus ist seit 2021 Pfarrer in Castel Gandolfo, berichtet die Agentur Imedia. Gemeinsam mit vier Mitbrüdern seines Ordens betreut er die Pfarrei San Tommaso da Villanova. Die Präsenz des Papstes sei ein «wichtiger Moment», insbesondere wegen der zwei Messen, die er in Castel Gandolfo feiern werde, sagt der aus Polen stammende Geistliche im Interview mit Imedia.

«Die römischen Kaiser kamen hierher, um sich auszuruhen.»

Eine erste Messe wird das Kirchenoberhaupt kommenden Sonntag in der Pfarrkirche feiern, eine weitere am 15. August, also erst nach seinem Urlaub in den Albanerbergen. «Das ist ein Grund zur Freude und Dankbarkeit, und natürlich erfordert es auch besondere Anstrengungen bei der Vorbereitung der Veranstaltung. Ich bin gerade dabei, die Sitzplätze in der Kirche für die Messe am 13. Juli zu verteilen», so Rozmus.

Es gebe einen stabilen Kern praktizierender Katholikinnen und Katholiken in Castel Gandolfo. Man beobachte nun eine Zunahme externer Besucher. «Sie sind alle sehr glücklich über die Rückkehr des Papstes, der eine alte Tradition wiederbelebt», sagt der Pfarrer weiter. «Seit vier Jahrhunderten kommen die Päpste nach Castel Gandolfo, und man weiss auch, dass die römischen Kaiser seit dem ersten Jahrhundert hierherkamen, um sich auszuruhen.» Es gebe Überreste einer Residenz des römischen Kaisers Domitian (51-96).

Spuren der Päpste

Noch immer bewahren laut dem Pfarrer viele Personen in Castel Gandolfo eine grosse Liebe für den polnischen Papst Johannes Paul II., der sich immer wieder in die Anlage auf 426 Metern Höhe zurückzog. «Sie tragen ihn in ihrem Herzen und betrachten ihn immer noch als ‹ihren› Papst».

Aber auch Benedikt XVI., Paul VI. und Johannes XXIII. seien sehr geliebt worden. Jeder dieser Päpste habee tiefe Spuren an dem Ort hinterlassen, sagt Tadeusz Rozmus.

«Diese Frische der Luft»

«Ich bin also sehr glücklich, dass Papst Leo zurückkommt, um von den Vorzügen von Castel Gandolfo zu profitieren. Die Päpste brauchen dieses Mikroklima in der Nähe von Rom, diese Frische der Luft, des Sees und des Meers», schwärmt der Pfarrer. «All das kann zu ihrer Arbeit beitragen, zur Entwicklung ihrer Gedanken.»

Das Interview mit Pfarrer Tadeusz Rozmus ist auf Französisch nachzulesen auf cath.ch.


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