Am Samstag in einer Woche wird der bisherige Dompfarrer Beat Grögli zum Bischof von St. Gallen geweiht. Die Weihe wird sein Vorgänger im Amt vornehmen, Markus Büchel.
Regula Pfeifer
Der 5. Juli wird ein besonderer Tag für das Bistum St. Gallen: Beat Grögli wird von seinem Vorgänger, Markus Büchel, zum zwölften Bischof von St. Gallen geweiht. Das teilt das Bistum am Donnerstag mit. Die Bischofsweihe wird demnach im Rahmen einer Eucharistiefeier in der Kathedrale gespendet, die um 10.30 Uhr beginnt.
Nach der Bitte um die Weihe von Beat Grögli wird der Sekretär des Domkapitels die Ernennungsurkunde von Papst Leo XIV. verlesen. Hauptkonsekrator Bischof Markus Büchel wird die Predigt halten. Erzbischof Martin Krebs, päpstlicher Nuntius, und Bischof Luis Manuel Alí Herrera, Sekretär der päpstlichen Kinderschutzkommission, sind Mitkonsekratoren, heisst es weiter.
Nach der Predigt folgt die Weihe. Vor der Handauflegung bitten die Feiernden um die Gabe des Heiligen Geistes. Während der darauffolgenden Allerheiligenlitanei legt sich der Neugewählte auf den Boden vor dem Altar, hin zum Volk; denn er ist einer aus dem Volk.
Die Weihe folgt einem vorgeschriebenen Ablauf. Handauflegung und Weihegebet sind das Herzstück der Weiheliturgie. Die Handauflegung ist im Neuen Testament Zeichen für die Einsetzung in einen kirchlichen Dienst. Sie wird in Stille vollzogen.
Nach der Handauflegung sprechen die Bischöfe das Weihegebet. Dabei wird dem neuen Bischof das Evangeliar geöffnet über den Kopf gehalten., denn die Verkündigung des Evangeliums gehört zu den Hauptaufgaben eines Bischofs. Zu Handauflegung und Weihegebet hinzu kam aus der irisch-keltischen Liturgie des 6./7. Jahrhunderts die Salbung des Hauptes, heisst es in der Mitteilung. Sie bezeichne die besondere Teilhabe des Bischofs am Priestertum Christi.
Verschiedene Insignien werden Bischof Beat überreicht: Der Ring ist Zeichen des Bundes zwischen dem Bischof und seinem Bistum. Mit ihm wird auf die Treue des Bischofs zur Kirche, der Braut Christi, hingewiesen. Die Mitra, liturgische Kopfbedeckung der Bischöfe, erinnert an die Verpflichtung, um persönliche Heiligkeit bemüht zu sein.
Seit dem 9. Jahrhundert gehört – zuerst in Spanien, dann in der ganzen römisch-katholischen Kirche – auch die Überreichung des Bischofsstabes zur Weiheliturgie. Der Hirtenstab ist Sinnbild für die Aufgabe, die anvertraute Ortskirche zu leiten.
Bischof Markus wird dem neuen Bischof Beat den Bischofsstab weitergeben. Dann geht Bischof Beat Grögli zur Kathedra – zum Bischofsstuhl – von dem auch der Begriff Kathedrale für eine Bischofskirche abgeleitet ist. Von diesem Moment an ist er liturgisch in sein Amt eingesetzt und nimmt alle bischöflichen Rechte und Pflichten seiner Diözese wahr. Gemeinsam mit den anwesenden Bischöfen und Priestern und dem ganzen Volk wird Beat Grögli als neuer Bischof von St. Gallen der Eucharistiefeier vorstehen.
Das Bistum St. Gallen rechnet mit vielen Besucherinnen und Besuchern. Nebst Gläubigen aus dem Bistum, Mitarbeitenden und Freunden sowie der Familie des neuen Bischofs Beat Grögli werden unter anderem Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter, der St. Galler Stadtrat sowie die Regierungen der Kantone St. Gallen, Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden erwartet.
Die Bischofsweihe wird in die nahe gelegene evangelisch-reformierte Kirche St. Laurenzen übertragen, wo auch die Kommunion ausgeteilt wird. Am Schluss des Gottesdienstes wird Bischof Beat Grögli von der Kathedrale in die Kirche St. Laurenzen einziehen, zur direkten Begegnung mit den Mitfeiernden. Anschliessend sind alle Gläubigen zum Imbiss ins grosse Zelt auf dem Klosterplatz eingeladen.
«Ich freue mich riesig, dass so viele Menschen diesen besonderen Moment mit mir feiern», sagt Beat Grögli laut Mitteilung. Er erwähnt dabei Weggefährtinnen und Weggefährten aus unterschiedlichen Abschnitten seines Lebens: Familie, Freunde, ehemalige Schulkollegen, Mitarbeitende sowie alle Schweizer Bischöfe. Dass auch Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter dabei sei, ehre ihn.
Der Weihegottesdienst in der Kathedrale beginnt am 5. Juli um 10.30 Uhr. Er wird live in die reformierte Kirche St. Laurenzen übertragen und kann via Livestream auf Tele Ostschweiz und über die Website des Bistums mitverfolgt werden. Türöffnung ist um 9.30 Uhr. Zwei Simultandolmetscherinnen in Gebärdensprache werden die Feier auf den Bildschirmen in der Kathedrale sowie im Livestream begleiten. Auch Radio Maria strahlt den Gottesdienst auf seinem Kanal aus.
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/so-laeuft-beat-groeglis-bischofsweihe-am-5-juli/