Künftiger Geschäftsführer des Klosters Einsiedeln: «Spürte nie die innere Berufung zum Mönch»

Bruno Hensler (56) wird künftig die Geschäfte des Klosters Einsiedeln leiten. Der Verwaltungsdirektor der Hochschule St. Gallen und ehemalige Stiftsschüler sagt, was ihn an seiner künftigen Tätigkeit reizt und welche Schwerpunkte er setzen möchte.

Barbara Ludwig

Was motivierte Sie dazu, Ihre Stelle als Verwaltungsdirektor der HSG aufzugeben, um fürs Kloster Einsiedeln zu arbeiten?
Bruno Hensler: Die Möglichkeit, meine vielfältigen Kenntnisse und Erfahrungen sinnstiftend und werteorientiert in ein weiteres Kapitel der Klostergeschichte einbringen zu können.

Was reizt Sie an Ihrer künftigen Tätigkeit als Geschäftsführer?
Hensler: Die vielschichtige Zusammenarbeit mit den zahlreichen Anspruchsgruppen und Themen mit dem Ziel, dass die Klostergemeinschaft die benediktinischen Aufgaben leben kann.

In welchen Bereichen und Themen, die das Kloster betreffen, werden Sie mitgestalten können?
Hensler: Das wird vom Abt und der Gemeinschaft zu bestimmen sein. Fokus wird die betriebswirtschaftliche Führung und Entwicklung der zahlreichen Bereiche des Klosters bilden.

Sie treten Ihre Stelle per 1. Dezember an. Welche Schwerpunkte möchten Sie setzen?
Hensler: Entlang der gängigen Kurzformel «Ora, Lege, Labora» (Bete, Lese, Arbeite, Anm.d.Red.) wird es um einen Abgleich des monastischen Lebensentwurfs mit den wirtschaftlichen Erfordernissen gehen. Zentral ist dabei die Frage, wie die Bedürfnisse der Besuchenden und Pilger, jene der Mönchsgemeinschaft sowie auch des Dorfes Einsiedeln und all der zahlreichen Anspruchsgruppen mehrwertstiftend – in wirtschaftlichem, kulturellem, spirituellem Sinne – aufeinander abgestimmt bedient werden können.

Sie kommen aus Einsiedeln und haben die Stiftsschule absolviert. Haben Sie sich in der Vergangenheit auch schon mal überlegt, selber ins Kloster einzutreten?
Hensler: Diese Frage kommt unweigerlich auf, wenn man in einem von einem aktiven Kloster geprägten Umfeld aufwächst. Ich spürte bei mir aber nie die innere Berufung, welche Grundlage für einen solchen Lebensentwurf sein müsste. Nichtsdestotrotz freue ich mich aber, mit meinem Verständnis und meiner Wertschätzung für dieses benediktinische Leben sowie meinen weltlichen Erfahrungen den weiteren Weg des Klosters Einsiedeln begleiten zu dürfen.


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