Dieses Wochenende trifft sich die Vereinigung der ehemaligen Päpstlichen Schweizergardisten erstmals seit ihrer Gründung vor über 100 Jahren in Lugano. Die Generalversammlung vom Samstag ist eingebettet in ein dreitägiges Fest – die «Festa centrale». 350 Teilnehmer aus der ganzen Schweiz werden erwartet.
Regula Pfeifer
«Da unsere Sektion noch recht jung ist, wird dieses Festival zum ersten Mal in Lugano organisiert», sagt Graziano Rossi aus Poschiavo, Präsident der Sektion der italienischen Schweiz der Vereinigung der ehemaligen Päpstlichen Schweizergardisten gegenüber catt.ch. Rossi hat von 1989 bis 1992 im Vatikan als Schweizergardist gedient.
Vor bald 50 Jahren ist seine Sektion der Exgardisten gegründet worden. 1978 wurde sie anlässlich der Bischofsweihe von Ernesto Togni zum Bischof von Lugano ins Leben gerufen. Die Sektion umfasst den Kanton Tessin und die italienischsprachigen Täler des Kantons Graubünden.
Die Vereinigung der ehemaligen päpstlichen Schweizergarde selbst existiert bereits seit über 100 Jahren, 1921 wurde sie gegründet. Ziel sei gewesen, «den Geist der Kameradschaft lebendig zu erhalten, in Erinnerung an die Erfahrungen, die so viele junge Schweizerinnen und Schweizer in Rom gemacht haben», so Rossi.
Ausserdem habe man die Garde so auch in der Schweiz sichtbar machen. Mit der Zeit entstanden immer mehr Sektionen, vor allem in Städten. Alle zwei Jahre organisiert die Vereinigung eine solches schweizerisches Treffen.
Das Ex-Gardistentreffen beginnt am Freitag um 17.30 Uhr mit einer Schifffahrt und einem kulinarischen Tessiner Abend in den Weinkellern von Gandria. Am Samstag ab 9 Uhr leitet Alain de Raemy eine Requiem-Messe zum Gedenken an die verstorbenen Gardisten in der Kirche Santa Maria degli Angioli in Lugano. De Raemy ist Apostolischer Administrator des Bistums Lugano und selbst ehemaliger Schweizergardist und Kaplan des Korps.
Anschliessend findet auf der Piazza Riforma ein kleines Konzert der Band der Ex-Gardisten und der Musikkapelle Pregassona statt, gefolgt von einem Aperitif für die Mitglieder. Am Nachmittag treffen sich die Mitglieder zur Generalversammlung der Vereinigung, auf die ein Galadinner folgt.
Am Sonntag wird ab 9.30 Uhr in der Herz-Jesu-Basilika in Lugano ein Pontifikalamt gefeiert. Ab 11 Uhr folgt eine feierliche Prozession durch das Stadtzentrum zum Kulturzentrum Lugano Arte Cultura (LAC), wo ein kurzes Konzert der Band und ein Aperitif auf die Bevölkerung und alle Teilnehmer wartet – für die Mitglieder dann auch ein Mittagessen.
Am Sonntag wird das Zentrum von Lugano daher in Rot, Gelb und Blau gefärbt sein, sagt Graziano Rossi. Das seien «die drei Farben der Familie de’ Medici, aus der Papst Clemens VII. stammte, der bei der Plünderung Roms von einigen Gardisten gerettet wurde, während 147 den Tod fanden». Dieselben drei Farben kennzeichnen demnach auch heute noch die Uniform der Schweizergarde. Diese sei nach einem Modell des Freiburgers Jules Repond entwickelt worden, der von 1910 bis 1920 das Kommando über die Schweizergarde innehatte.
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/ex-gardisten-feiern-erstmals-in-lugano/