Die Theologin Jacqueline Straub engagiert sich seit vielen Jahren für das Frauenpriestertum. Heute macht sie keine Prognosen mehr, wann es soweit sein wird. Im Podcast «Laut + Leis» erzählt sie von ihren Hoffnungen.
«Ich habe vor etlichen Jahren mal zu einem Journalisten gesagt – da war grad Papst Franziskus frisch im Amt –, ich glaube nicht, dass Papst Franziskus das Frauenpriestertum einführen wird und auch nicht sein Nachfolger, ich glaube erst der danach. Franziskas hat aber Wege bereitet: Synodalität ist eine Basis dafür, um weitere Schritte zu gehen.
Den synodalen Prozess muss jetzt Papst Leo XIV. weiterführen, und dann kann hoffentlich der nächste Papst den Mut finden und sagen: Ach ja, Frauen sind ja auch Menschen. Und Frauen sollten auch gleichberechtigt werden, weil wenn wir als Kirche für Frieden einstehen, dann dürfen wir nicht die halbe Menschheit einfach ausschliessen aufgrund des Geschlechts.
Darum hoffe ich, dass die Reformgruppierungen und alle Menschen guten Willens sich weiterhin dafür einsetzen und immer wieder den Finger in die Wunde legen und sagen, lieber Vatikan, lieber Papst, so geht das nicht. Wir Frauen müssen gleichberechtigt werden.
Zum einen aufgrund der Gleichberechtigung, weil das einfach im Sinne von Jesus Christus ist. Und zum anderen, weil es da draussen berufene Frauen gibt, die fähig wären, diesen Dienst zu machen und die auch eine Bereicherung wären für die Kirche. Warum auf fünfzig Prozent verzichten, wenn man doch so viele tolle Menschen hätte, die anderen Menschen das Evangelium gut verkünden könnten?»
Das sagt Jacqueline Straub im Podcast «Laut + Leis». Sie ist Theologin und Buchautorin und auch eine zentrale Figur im kürzlich erschienenen Film «Frauen im Priesteramt – verbotene Berufung». (sl)
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