Der neue Papst wirkt besonnen und kontrolliert und hält sich strikt an sein Manuskript. Warum das so ist, erklärt die Theologin Jacqueline Straub im Podcast «Laut + Leis».
«Ich glaube, dass er – anders als Franziskus – den Apparat Vatikan besser versteht und weiss: Wenn man sich ans Protokoll hält, dann bekommt man weniger Probleme. Bei Franziskus kam es immer wieder vor, dass er plötzlich frei gesprochen hat und dann bei einer Pressekonferenz auf einmal etwas gesagt hat, was im im Nachgang wieder anders formuliert wurde oder zurückgenommen werden musste.
Ich glaube, Papst Leo XIV. versucht, in weniger Fettnäpfchen reinzutreten. So wie ich ihn vom Typ wahrnehme, ist er auch eher einer, der halt vom Papier abliest, was ja nicht schlimm ist. Man muss aber trotzdem noch hinzufügen: Er ist Missionar, das heisst, er kann auch hinstehen und so mit den Menschen sprechen und die Menschen im Herzen berühren. Warten wir mal ab, vielleicht wird er irgendwann ein bisschen entspannter, taut auf in seinem Amt und merkt: Ich kann jetzt auch ganz frei sprechen.»
Das sagt Jacqueline Straub im Podcast «Laut + Leis». Die Theologin und Buchautorin engagiert sich seit vielen Jahren für das Frauenpriestertum in der römisch-katholischen Kirche. (sl)
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