Romano Pelosi: «Der Gardist wird zur Projektionsfläche für alle Aspekte der Kirche»

Das Image der römisch-katholischen Kirche ist angeschlagen. In der Schweiz besonders seit der Publikation der Missbrauchsstudie. Wie Ex-Gardist Romano Pelosi damit umgeht, sagt er im Podcast «Laut + Leis».

«Vielleicht kann ich einen Beitrag leisten zum Kulturwandel innerhalb der Kirche mit meinem Zeugnis als Gardist. Denn man steht ja dann auch als Visitenkarte des Papstes an diesen Eingängen.

Ich muss aber auch sagen, der Gardist wird quasi zur Projektionsfläche für alle positiven, aber leider auch negativen Aspekte der Kirche. Das versinnbildlicht vor allem der Dienst an den Eingängen, an diesen Grenzen.

Man verteidigt die Kirche und muss sie verteidigen und muss sich dann auch viel Kritik anhören. Denn man wird zu einer Projektionsfläche von allem, was man an der Kirche bewundert, und allem, was an der Kirche auch schlecht ist.

So wird man immer ein bisschen in diese Verteidigungs- und Rechtfertigungshaltung gedrängt als Schweizergardist und auch als Ex-Gardist. Das habe ich nicht gerne.

Denn ich betone immer wieder, diese Missbrauch-Skandale, die machen weh. Was auch immer man liest, es tut weh und beschämt. Aber der persönliche Glaube und die Überzeugung, was römisch-katholische Kirche eigentlich im Kern ist, sollte nicht erschüttert werden.»

Das sagt Romano Pelosi im Podcast «Laut + Leis». Der 28-Jährige diente von 2017 bis 2021 in der Päpstlichen Schweizergarde. Heute ist er Vizepräsident der Sektion ehemaliger Schweizergardisten der Region Basel, studiert am Europa-Institut in Basel und arbeitet bei der Wirtschaftskammer Baselland. (sl)


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https://www.kath.ch/newsd/romano-pelosi-als-gardist-wird-man-zur-projektionsflaeche/