Ab 2027 muss die RKZ 570'000 Franken einsparen

Die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) hat an ihrer jüngsten Plenarversammlung in Baar ZG den Finanzplan 2025-2028 verabschiedet. Der Beschlussfassung ging ein längeres Ringen voraus, da die Kosten steigen, aber die Erträge an verschiedenen Orten rückläufig sind. Nun ist klar: Ab 2027 wird die RKZ ihren Beitrag zu Gunsten der kirchlichen Organisationen auf nationaler und sprachregionaler Ebene um 570’000 Franken reduzieren.

Es war in der Tat ein zähes Ringen: Der Finanzplan der RKZ für die Jahre 2025 bis 2028 stand erstmals im Sommer 2024 zur Diskussion. «Die Herausforderungen waren einerseits die neuen Kosten im Zusammenhang mit den Massnahmen für die Prävention und Intervention gegen sexuelle Missbräuche sowie für den Fonds zur Genugtuung der Opfer, andererseits die solidarische Finanzierung der Seelsorgearbeit in den Asylzentren des Bundes», erklärt Urs Brosi, Generalsekretär der RKZ, die finanzielle Gesamtlage. «Es brauchte zwei Beratungsrunden, um zu entscheiden, wie mit den Mehrkosten von 400’000 Franken umzugehen sei.»

«Wo die Einsparungen ab 2027 vorgenommen werden, haben nun die Gremien zu entscheiden, die seitens der Bischofskonferenz und der RKZ dafür bestimmt sind.»

Mehr tun, weil die Aufgaben vor allem im Umgang mit dem Missbrauch stark gestiegen sind, jedoch mit weniger Mitteln, weil die Einnahmen der Kirchgemeinden und Landeskirchen infolge stark gestiegener Kirchenaustritte rückläufig sind – so präsentiert sich die Situation der RKZ gemäss Jahresbericht 2024.

Bislang gingen von 14 Millionen Franken an Erträgen 9,17 Millionen Franken an mitfinanzierte Organisationen. Der Betrag wird um 570’000 Franken auf 8,6 Millionen Franken reduziert.

«Wo die Einsparungen ab 2027 vorgenommen werden, haben nun die Gremien bis im Sommer zu entscheiden, die seitens der Bischofskonferenz und der RKZ dafür bestimmt sind. Für alle Aufgaben im Bereich der sexuellen Missbräuche veranschlagt die RKZ momentan 1,3 Millionen Franken. Der Finanzplan sieht vor, dass diese Kosten bis 2028 auf rund 0,8 Millionen Franken zurückgehen», so Brosi.

Jahresrechnung schliesst mit Ertragsüberschuss

Die Jahresrechnung 2024 der RKZ schliesst trotz einiger Mehraufwendungen mit einem Ertragsüberschuss von fast genau 200’000 Franken. «Das positive Ergebnis wurde möglich dank Einsparungen beim Betrieb und den Leistungen sowie aufgrund des verspäteten Starts der neuen Synodalitätskommission», so Sabine Stalder, stellvertretende RKZ-Generalsekretärin, gegenüber kath.ch.

Die Plenarversammlung habe beschlossen, den Ertragsüberschuss für die aktuell in der Einführungsphase stehende Präventionsmassnahme der psychologischen Assessments einzusetzen. Mit den Assessments soll bei angehenden Seelsorgerinnen und Seelsorgern geprüft werden, ob sie die für das Stellenprofil erforderlichen Eigenschaften mitbringen und ob ein allfälliges Risikopotential im Umgang mit Menschen erkennbar ist.

Bischof Lovey war zu Gast

Im thematischen Teil der Versammlung waren Bischof Jean-Marie Lovey, Verantwortlicher der SBK für den Sektor Migration, und Isabel Vasquez, Nationaldirektorin von Migratio Schweiz, zu Gast. Sie berichteten über die Aufgaben der bischöflichen Dienststelle Migratio und die aktuellen Herausforderungen, wie es in der Medienmitteilung der RKZ heisst.

Jean-Marie Lovey und Isabel Vasquez betonten, wie bedeutend die Seelsorge für Menschen mit Migrationshintergrund für die katholische Kirche in der Schweiz sei. Denn die zugewanderten Katholikinnen und Katholiken machen knapp 40 Prozent der Kirchenmitglieder aus; sie sind zudem in ihren Gemeinschaften überdurchschnittlich aktiv.

Pfarreien und Kirchgemeinden zugänglicher machen

Die Herausforderung für die kommenden Jahre wird darin bestehen, die Zugänglichkeit der Pfarreien und Kirchgemeinden für Menschen aus anderen Kulturen zu verbessern und die Seelsorgearbeit zwischen einheimischer und migrantischer Kultur durchlässiger zu machen. Dabei stehen nicht Einsparungen im Vordergrund, sondern strukturelle Verbesserungen.

Urheberrechtsentschädigungen

2010 hat die RKZ einen Pauschalvertrag für die katholische Kirche in der Schweiz abgeschlossen, um das zu entschädigen, was in Pfarreien an Liedern und Musiknoten kopiert wird. Die Verwertungsgesellschaft Musikedition fordert einen neuen Vertrag mit höheren Preisen, der durch die Plenarversammlung abgelehnt wurde. Ob ein neuer Pauschalvertrag möglich wird, ist derzeit offen. Die VG Musikedition in Kassel vertritt die Urheberrechte für Musiknoten und Liedtexte zahlreicher Verlage.

Neuübersetzung Messbuch und Benediktionale

Wie Sabine Stalder gegenüber kath.ch erklärt, wollen die Bischofskonferenzen des deutschen Sprachraums – also in Deutschland, Österreich, in der Schweiz und in Luxemburg – 2025 ein zweites Projekt zur Übersetzung des römischen Messbuchs von 2002 sowie des Benediktionale (Segnungsfeiern) starten.

«Das erste Projekt ist aufgrund von Differenzen bei der Übersetzung abgebrochen worden. Die RKZ beschloss, den Kostenanteil der Schweizer Bischofskonferenz in der Höhe von insgesamt 129’000 Franken zu übernehmen. Das neue Benediktionale soll in fünf Jahren, das Messbuch in zehn Jahren vorliegen», so Stalder. (woz)


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https://www.kath.ch/newsd/ab-2027-muss-die-rkz-570000-franken-einsparen/