Umfrage: Wie soll ein zukünftiger Weihbischof fürs Bistum Chur aussehen?

Früher hatte das Bistum Chur zwei Weihbischöfe. Zurzeit hat es keinen einzigen. Das soll sich ändern: Bischof Joseph Bonnemain stellt einen oder mehrere Weihbischöfe in Aussicht. Wie diese aussehen sollen, will das Bistum mit einer Online-Umfrage klären.

Soll das Bistum Chur einen oder mehrere Weihbischöfe erhalten? Und wenn ja, wie sollen sie daherkommen? Das sind, kurz gesagt, die Fragen, die Diözesanbischof Joseph Maria Bonnemain der ganzen Diözese stellt, wie das Bistum Chur in einer Medienmitteilung schreibt.

«Auxiliarbischof»

Die Umfrage läuft digital über die Homepage des Bistums oder kann auf Papier ausgefüllt und eingesandt werden (https://www.bistum-chur.ch/umfrage-weihbischof.html). Anhand der Rückmeldungen wird sich Bonnemain Gedanken machen, welche Persönlichkeiten für das Amt des «Hilfsbischof – Auxiliarbischof» in Frage kommen könnten.

Weihbischöfe, wie Auxiliarbischöfe gewöhnlich genannt werden, kennen die römisch-katholische Kirche und das Bistum Chur seit langem. Es ist Tradition, dass sich der Diözesanbischof neben seinen Räten, Ausschüssen und Kommissionen auch von einem oder mehreren Weihbischöfen beraten, unterstützen und entlasten lässt.

«Weihbischöfe vertreten nicht nur die verschiedenen Ausrichtungen in der gelebten Spiritualität, sondern vertreten insbesondere die unterschiedlichen Kulturen und Regionen eines grossen Bistums, wie es das Bistum Chur ist», heisst es wörtlich in der Mitteilung weiter. «Sie wirken ausgleichend, integrativ und sind ein authentisches Spiegelbild der Vielfalt eines Bistums. Diese Aspekte werden bereits getragen durch die Mitglieder des Bischofsrates und des Personalausschusses, ergänzend wird sich hier auch der Weihbischof einbringen.»

In den 1990er Jahren hatte das Bistum Chur mit dem Jesuiten Peter Henrici und dem Marianisten Paul Vollmar zwei Weihbischöfe. Später hatte Chur dann nur noch einen Weihbischof – den Missionsbenediktiner Marian Eleganti. Am 7. Dezember 2009 war der heute 69-jährige Geistliche von Papst Benedikt XVI. zum Weihbischof des Bistums Chur ernannt worden. Papst Franziskus nahm dessen Rücktritt im Februar 2021 an.

Kein Ruhm, aber viel Arbeit

Weihbischof zu werden sei nicht primär Ruhm und Ehre; eine Nachfolge im Bischofsamt sei keinem garantiert, erklärt das Bistum Chur in seiner Medienmitteilung. Das Amt bringe vor allem jede Menge Verpflichtungen mit sich.

Ein Weihbischof sei vielmehr gefordert: Er entlaste den Bischof bei öffentlichen Terminen, Sitzungen und übernehme als Mitglied der Schweizer Bischofskonferenz eigene nationale Dossiers. Er spende für den Bischof die Firmung und entlaste damit die Agenda des Diözesanbischofs zusätzlich. Zudem nehme er Einsitz in den Leitungsgremien des Bistums und sei als Bischof zugleich Mitglied des weltweiten Bischofskollegiums. (woz)


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