Lise-Marie Piller und Maximilian Jacobi erhalten Medienpreis katholischer Journalisten

Eine Recherche über Freiburger Kirchenchöre und eine Reportage über den Abschied der Kapuziner von Olten haben die Jury überzeugt. Der mit 1000 Franken dotierte Medienpreis für junge Journalistinnen und Journalisten wurde Lise-Marie Piller und Maximilian Jacob am Samstag in Bern verliehen.

Mit der Auszeichnung will der Schweizerische Verein Katholischer Journalistinnen und Journalisten (SVKJJ) den Qualitätsjournalismus fördern, der sich um die Achtung der Berufsethik bemüht. Es sollen damit journalistische Beiträge gewürdigt werden, die ein Thema aus christlicher oder ethischer Sicht behandeln. Die Preisverleihung fand am Samstag im Haus der Religionen in Bern statt, wo sich die Mitglieder des Vereins zur Generalversammlung trafen.

Kirchenchöre unter Druck 

Lise-Marie Piller arbeitet für das Regionalressort der Freiburger Tageszeitung «La Liberté». Die Journalistin wurde für ihre Untersuchung über die Situation der Kirchenchöre im Kanton Freiburg ausgezeichnet. Die Chöre sind überaltert und haben mit dem Rückgang der religiösen Praxis zu kämpfen. Sie haben deshalb Mühe, neuen Schwung zu finden und junge Leute anzuwerben.

Über diese Feststellung hinaus suchte Piller auch nach Lösungen, die den Kirchenchören neue Dynamik verleihen könnten. Die Jury würdigte die gründliche Recherchearbeit bei den zahlreichen Akteuren und die Qualität der Darstellung der verschiedenen Herausforderungen.

Nostalgie und hoffnungsvoller Blick in Zukunft

Maximilian Jacobi, Preisträger für den deutschsprachigen Teil, wird für seine Reportage «Räumen, trauern, beten» geehrt, die im «Oltner Tagblatt» erschienen ist. Der Journalist besuchte zusammen mit dem Fotografen Bruno Kissling die Kapuziner, die sich nach 400 Jahren in der Aarestadt Olten auf den Abschied von ihrem Kloster vorbereiteten. Mit Feingefühl fing er die Emotionen ein, die dieses Ereignis begleiteten, die Nostalgie, aber auch das Gefühl der erfüllten Pflicht und einen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft.

Diese Art von Lokaljournalismus entspreche ganz den Empfehlungen von Papst Franziskus in seiner Botschaft zum 59. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel, der dieses Jahr am 1. Juni stattfindet, stellte Vereinspräsident Maurice Page fest. Page arbeitet als Redaktor für cath.ch.

Plädoyer für christliches Menschenbild

Im Anschluss an die Versammlung hielt der Theologe Thomas Wallimann, Leiter des Zentrums «Ethik22» und Vorsitzender der Kommission Justitia et Pax der Schweizer Bischofskonferenz, ein Referat zum Thema «Kirche und Wirtschaft im Lichte der katholischen Sozialethik».

In einem persönlichen und sehr heiteren Ton, der durch Karikaturen aufgelockert wurde, gab der Redner Antwort auf eine Weltsicht, die vollständig von den Gesetzen der Wirtschaft und des Profits bestimmt wird. «Für diese Leute existiert nichts, was sich nicht in eine Excel-Tabelle einfügen lässt. Sie denken, das Leben sei eine Partie Monopoly», sagte er.

Das christliche Menschenbild lasse sich aber nicht auf dieses Paradigma reduzieren. In der jüdisch-christlichen Tradition sei der Mensch sowohl ein Geschöpf: «Ich erschaffe das Leben nicht, ich empfange es», als auch ein Wesen, das in Beziehung steht, sagte Wallimann. Die Prinzipien der Soziallehre beruhten auf dieser Grundlage.

Die Würde der menschlichen Person sei das erste dieser Prinzipien. Sie verlange, dass jeder Mensch unabhängig von seiner Situation mit gleichem Respekt behandelt wird. Der zweite Pfeiler sei die universelle menschliche Solidarität. (cath.ch/mp/Adaption: bal)


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