Das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz (Heks) macht schwere Zeiten durch. Die Ermordung von drei seiner Mitarbeitenden in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und die Schliessung von USAID bringen viele Partnerschaften im Ausland ins Wanken. Das katholische Hilfswerk Fastenaktion ist davon nicht betroffen.
Am 5. Februar wurden drei lokale Heks-Mitarbeitende während eines humanitären Einsatzes im Gebiet Rutshuru in Nord-Kivu in der Demokratischen Republik Kongo angegriffen und tödlich verletzt, wie das Hilfswerk mitteilte. Die Sicherheitslage in der Region ist sehr prekär, seit die von Ruanda unterstützte Rebellenbewegung M23 sehr grosse Fortschritte gemacht hat und sogar Goma, die Hauptstadt von Nord-Kivu, eingenommen hat.
Vor diesem Hintergrund hat Heks alle Operationen vor Ort gestoppt und die Evakuierung der Auswanderer organisiert, berichtet Anne Geiger De Feo, Sprecherin des Hilfswerks, gegenüber cath.ch. «Die Emotionen innerhalb der Organisation sind sehr gross», kommentiert sie. «Es ist immer sehr schwer, Kollegen zu verlieren. Trotz allem müssen wir unsere Arbeit fortsetzen und dabei immer im Hinterkopf behalten, dass unsere Aktionen für die Menschen vor Ort wichtig sind.» Über die Umstände des Dramas sei bislang nichts weiter bekannt, stellt die Sprecherin fest.
Heks hatte bereits im Februar 2024 durch den Verlust von zwei Mitarbeitern in der Ukraine einen schweren Verlust erlitten. Sie wurden angegriffen, als sie sich auf einer Mission befanden, um die humanitäre Situation im Südosten des Landes zu beurteilen.
Die protestantische Organisation ist jedoch mit einem weiteren schweren Schlag konfrontiert, da die neue US-Regierung die Finanzierung der internationalen Zusammenarbeit brutal gestoppt hat, wodurch das globale humanitäre System bedroht wird. Wegen der Liquidierung von USAID, der US-Behörde für internationale Entwicklung, durch die Trump-Regierung musste das Hilfswerk seine Nothilfe für rund 900’000 Menschen in der Ukraine, der Demokratischen Republik Kongo und Äthiopien vorübergehend einstellen.
Die Organisation führt nämlich in diesen drei Ländern Projekte durch, die von USAID finanziert werden. Die Mitarbeiter leisten dort humanitäre Hilfe für Menschen, die in abgelegenen Regionen leben und mit extrem prekären Lebensbedingungen konfrontiert sind.
Diese Projekte hängen direkt von der Finanzierung durch USAID in Höhe von 7,5 Millionen Franken ab. Angesichts der aktuellen Situation müsse man leider damit rechnen, dass diese Gelder unwiderruflich auslaufen, warnt Heks. Das Hilfswerk sah sich daher gezwungen, die betroffenen Projekte vorerst zu stoppen und die humanitäre Hilfe für die betroffenen Gemeinden einzustellen.
Zudem droht bis zu 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort der Verlust ihres Arbeitsplatzes: «Wir haben noch keine Analyse durchgeführt, ob dies auch Auswirkungen auf Arbeitsplätze in der Schweiz haben wird», sagt Anne Geiger De Feo.
Parallel dazu versucht die Organisation, andere Finanzierungsmöglichkeiten zu finden, um zumindest einen Teil der entstandenen Lücken zu schliessen. «Wir prospektieren bereits auf mehreren Ebenen, insbesondere in der Schweiz auf der Seite der Stiftungen, und wir appellieren an die Bevölkerung, uns in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen», fügt die Sprecherin hinzu. Auch der Bundesrat ist aufgerufen, die Verantwortung der Schweiz im globalen humanitären System zu übernehmen.
Die Situation wird jedoch keine Auswirkungen auf die traditionelle ökumenische Fastenkampagne haben, an der Heks, das katholische Hilfswerk Fastenaktion und die christkatholische Organisation «Partner sein» beteiligt sind. «Es handelt sich nicht um die gleichen Programme und Budgets wie bei der internationalen Zusammenarbeit», sagt Anne Geiger De Feo (cath.ch/rz/kath.ch/woz).
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/todesfaelle-und-entlassungen-beim-schwer-vom-schicksal-getroffenen-heks/