Baugesuch eingereicht: Wohnbau-Initiative des Klosters Engelberg ist auf Kurs

Die Initiative des Klosters Engelberg, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, kommt voran. Die drei Projektpartner haben das Baugesuch beim Bauamt Engelberg deponiert. Es enthält mehr Wohnungen als ursprünglich vorgesehen.

Regula Pfeifer

Insgesamt 93 Wohn- und Studioeinheiten sollen in sechs Wohnhäusern und einem Gewerbehaus gebaut werden. Das sieht das Baugesuch vor, das die drei Institutionen Benediktinerkloster Engelberg, Einwohnergemeinde Engelberg und Bürgergemeinde Engelberg deponiert haben. Bei der Vorstellung des Projekts im Juni 2023 war noch von 70 Wohnungen die Rede gewesen. Hinzu kommen zudem im Gewerbegebäude rund 1900 Quadratmeter Nutzfläche.

Das Projekt trägt den Titel «Bezahlbarer Wohnraum für Engelberg». Und so ist es auch gemeint. «Die Idee ist aus der Problematik entstanden, dass es in Engelberg schwierig geworden ist, bezahlbaren Wohnraum zu finden», sagte Christian Meyer, Abt des Benediktinerklosters Engelberg, damals gegenüber kath.ch.

Wohnraum für ehemalige Schülerinnen und Schüler

Ziel war, Wohnungen zu bauen für Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt in Engelberg haben. «Im Kloster arbeiten viele Engelbergerinnen und Engelberger», begründete Meyer das klösterliche Wohnbau-Engagement. Und es gehe auch darum, den Schulcampus mit Dorfschule, Stiftsschule und Sportmittelschule in Engelberg weiterführen zu können.

«Ich erhoffe mir, dass das Wohnprojekt vielen ehemaligen Engelberger Schülerinnen und Schülern eine Wohngelegenheit zu vernünftigen Preisen bietet. Unser Ziel ist es, dass die jungen Menschen hier wohnen bleiben können», so Meyer.

Initiantin des Wohnbauprojekts ist das Kloster Engelberg. Nachdem ein vorgesehener Neubau der Käserei gescheitert war, beschloss es, das Bauland nicht an einen Investor abzugeben, sondern für ein Wohnbauprojekt im Baurecht zur Verfügung zu stellen.

Gemeinsame Aktiengesellschaft

Für das Projekt tat sich das Kloster mit der Einwohnergemeinde und der Bürgergemeinde zusammen. Im September 2024 gründeten sie eine gemeinsame Aktiengesellschaft, die Gesellschaft für Wohnraum für Engelberg AG. Diese beauftragte die SHB Architekten mit der Entwicklung der Gebäude.

Daraus entstand das Bauprojekt: 48 Wohnungen von 2,5 bis 5,5 Zimmern werden in den sechs Wohnhäusern und als Attikawohnung auf dem Gewerbehausdach gebaut. Hinzu kommen 45 Studios beziehungsweise 2,5-Zimmerwohnungen im Gewerbehaus. Insgesamt also 93 Wohneinheiten.

Wohngelegenheit für Personal

Die Gewerbehaus-Wohnungen sind für Hotels und andere Betriebe vorgesehen, welche dringend Wohnraum für ihr Personal benötigen. Dadurch würden bestehende grössere Wohnungen zugunsten von Familien frei, die bisher von Mitarbeitenden-Wohngemeinschaften benutzt wurden, hoffen die beteiligten Baupartner.

In Erwartung der Baubewilligung stellen die Baupartner aktuell das Reglement fertig, das die Vergabekriterien für die Wohnungen festhält. Voraussichtlich werden ein Wohnsitz in Engelberg, das Bürgerrecht, die Wohnsitzdauer sowie das Verhältnis von Wohnungsgrösse und Belegung den Ausschlag für eine Zusage geben. Die Gesellschaft für Wohnraum für Engelberg AG versichert, dass die Wohnungen weder als Zweitwohnung noch als Airbnb-Angebot vermietet werden dürften.


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