Kriege, Menschenhandel, Missbrauch: Bei einem Kinderrechte-Gipfel im Vatikan fordert Papst Franziskus mehr Schutz von Kindern – und kündigt weitere Schritte an.
Papst Franziskus hat zum Ende des Internationalen Gipfels für Kinderrechte im Vatikan ein Schreiben zu diesem Thema angekündigt. Er beabsichtige, «einen den Kindern gewidmeten Brief, vielleicht ein Apostolisches Schreiben vorzubereiten», sagte der Papst im Anschluss an seine Dankesworte am Montagnachmittag. Er dankte den Anwesenden, «Kinder nicht als Zahlen, sondern als Gesichter» betrachtet zu haben. Dieses Engagement wolle er mit dem angekündigten Schreiben in der Kirche fördern.
Anschliessend unterschrieben Franziskus, Königin Rania von Jordanien und weitere Teilnehmer einen Appell mit acht Punkten, der auch beim G20-Gipfel in Südafrika im November verlesen werden soll. Darin rufen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Gesellschaft, Politik und Religion dazu auf, die Rechte von Kindern zu stärken.
Zu Beginn der eintägigen Konferenz hatte Papst Franziskus an die Schicksale von Millionen Kindern erinnert, die von Kriegen und Konflikten betroffen sind, keinen Zugang zu Bildung haben, in Obdachlosigkeit leben, Opfer von Zwangsarbeit, Menschenhandel, Missbrauch und Ausbeutung aller Art sind, einschließlich Zwangsheiraten.
«Was wir in letzter Zeit leider fast täglich sehen, nämlich Kinder, die unter Bomben sterben und den Götzen der Macht, der Ideologie und der nationalistischen Interessen geopfert werden, ist nicht akzeptabel», sagte der Papst. «In Wirklichkeit ist nichts das Leben eines Kindes wert. Die Kleinen zu töten bedeutet, ihnen die Zukunft zu verweigern.»
Auf die Eröffnung des Gipfels durch den Papst folgten acht Diskussionsrunden. Bei ihnen sprachen neben Königin Rania unter anderen der ehemalige italienische Ministerpräsident Mario Draghi, die Friedensnobelpreisträger Al Gore und Kailash Satyarthi, die Holocaust-Überlebenden Edith Bruck und Liliana Segre, der britische Rabbiner David Rosen, der Chefökonom der Welternährungsorganisation FAO, Máximo Torero und Interpol-Präsident Naser Al-Raisi. Aus Deutschland nahm Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, teil. (cic)
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