Am 31. Oktober 1825 wurde Maria Theresia Scherer in Meggen LU geboren. Gemeinsam mit Pater Theodosius Florentini baute sie um die Mitte des 19. Jahrhunderts die Gemeinschaft der Ingenbohler Schwestern auf. Zum 200. Geburtstag der Gründerin organisiert das Kloster Ingenbohl zahlreiche Aktivitäten.
Barbara Ludwig
Jeden 16. des Monats lädt das Kloster Ingenbohl im Kanton Schwyz in seiner Kirche zu einem festlichen Gottesdienst, um den 200. Geburtstag seiner Gründerin zu feiern: Maria Theresia Scherer, geboren 1825, gestorben 1888 und 1995 als eine von drei Schweizerinnen seliggesprochen.
Gemeinsam mit Pater Theodosius Florentini baute die Ordensfrau 1852 eine neue Gemeinschaft auf, die 1856 nach Ingenbohl SZ übersiedelte. Es entstand die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz. Scherer wurde 1857 erste Generaloberin. Unter ihrer Leitung entwickelte sich ein vielseitiges Werk der Kranken- und Altenpflege, der Fürsorge, aber auch der Lehrerinnen- und Krankenpflegerinnenausbildung.
Die Ingenbohler Schwestern gründeten auch Niederlassungen im Ausland. Heute sind es rund 2600 in 18 verschiedenen Ländern, wie das Kloster mitteilt. Die Schweizer Provinz zählt zurzeit rund 290 Ordensfrauen, viele davon betagt. Über 230 von ihnen leben auf dem Klosterhügel in Ingenbohl.
Im Jubiläumsjahr begleitet der Rat von Mutter Maria Theresia die Gläubigen, so nennen die Schwestern die Gründerin ihrer Gemeinschaft. Und dieser lautet: «Tun Sie Tag für Tag, was in Ihren Kräften steht.»
Die Eucharistiefeiern, deren erste am 16. Januar stattfand, werden von unterschiedlichen Chören oder Instrumentalmusik mitgestaltet. Dabei kommen die Sängerinnen und Sänger teils aus anderen Regionen der Schweiz, etwa das Goldacher Mentigschörli oder der Trachtenchor Düdingen. Oder gar von ausserhalb der Schweiz, zum Beispiel am 16. August übernehmen die Junioratsschwestern aus Europa die musikalische Gestaltung. Die Predigt hält jeweils ein Pfarrer oder ein Ordensmann. Am 16. Juni ist dies der Einsiedler Abt Urban Federer.
Nebst diesen monatlichen Euchariefeiern gibt es weitere besondere Gottesdienste. Der liturgische Höhepunkt findet am 31. Oktober statt, dem 200. Jahrestag der Geburt von Maria Theresia Scherer. Dann hält der Churer Bischof Joseph Maria Bonnemain die Predigt.
Am 20. Oktober organisiert das Kloster einen morgendlichen Pilgerweg zur Wendelinskapelle. Diese steht im Weiler Unterschönenbuch, der zur Gemeinde Ingenbohl gehört.
Zur Erinnerung an die Gründerin entsteht auf dem Klosterhügel ein neuer Klosterweg mit neun Stationen. Beim Eröffnungsakt am 16. März wirken Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse aus Meggen LU mit, heisst es in der Mitteilung.
Das Jubiläumsprogramm umfasst weiter verschiedene literarisch-musikalische Veranstaltungen und eine Kunstausstellung, die das Kloster gemeinsam mit der Gemeinde Ingenbohl organisiert. Sie dauert vom 16. Mai bis 31. Oktober. Gezeigt werden unter dem Titel «Der Brüchigkeit trotzen» Werke der Mitschwestern M. Raphaela Bürgi und Gielia Degonda und von weiteren Kunstschaffenden.
Weitere Informationen zum Jubiläum finden sich auf der Webseite des Klosters.
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