Die Amtszeit von Markus Büchel (75) als Bischof von St. Gallen neigt sich dem Ende zu. Die Vorbereitungen zur Wahl seines Nachfolgers laufen seit August. Dass er zum Jahresende das Vizepräsidium der Schweizer Bischofskonferenz abgeben kann, ist für ihn in dieser Situation eine Entlastung.
Barbara Ludwig
Am 9. August, seinem 75. Geburtstag, hat Markus Büchel Papst Franziskus seinen Rücktritt als Bischof von St. Gallen angeboten – so sieht es das Kirchenrecht vor. Noch ist er nach dem Willen des Papstes im Amt, während gleichzeitig die Vorbereitungen zur Wahl eines Nachfolgers durch das Domkapitel laufen.
Kurz vor Weihnachten sagte Büchel im Interview mit dem SRF-Regionaljournal Graubünden (23. Dezember), dass er sich bereits jetzt mit seiner bevorstehenden Amtsabgabe beschäftige. Zum Teil sei es für ihn eine «Doppelbelastung», den Abgang planen zu müssen und gleichzeitig noch «voll» Bischof zu sein.
Demnächst könne er das Vizepräsidium der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) abgeben, so Büchel. «Ich bin also von oben her, von der Bischofskonferenz, für das nächste Jahr ein Stück weit entlastet.» So bekomme er mehr Raum, um auch den eigenen Abgang zu planen. Büchel wird ab 1. Januar 2025 vom Churer Bischof Joseph Maria Bonnemain als Vizepräsident der SBK abgelöst.
Auf eine entsprechende Frage der Radio-Journalistin meinte der Bischof sinngemäss, ein Leben ohne verpflichtende Aufgaben werde ihm sicher gefallen. Doch ein Bischof bleibe Priester und könne weiterhin Dienst tun, jedoch auch sagen, wo er nicht eingesetzt werden wolle. Über Pläne für die Zeit nach seiner Emeritierung äusserte sich Büchel allerdings nicht näher.
Hingegen verriet er, dass er die kommenden Winterferien gemeinsam mit seiner Schwester Lisbeth in Rüthi verbringen werde. In der Rheintaler Gemeinde steht das Elternhaus des Bischofs, der in einer kinderreichen Bauernfamilie aufgewachsen ist. Die Schwester, mit der Büchel in einer Wohngemeinschaft lebt, führt den bischöflichen Haushalt in St. Gallen.
Von Rüthi aus werden sie Tageswanderungen und Tagesausflüge unternehmen, wie Büchel sagte. Skifahren könne er seit einer Knieverletzung, die er vor 20 Jahren erlitt, nicht mehr. Auf Ferien verzichtet der St. Galler Bischof trotz grossem Arbeitspensum nicht. Sie seien ihm «heilig». Immer im Februar nehme er eine Woche und fünf Wochen im Sommer.
Wann der Nachfolger von Büchel gewählt wird, ist offiziell noch nicht bekannt. Seit November liegt die vom St. Galler Domkapitel erstellte geheime Liste mit sechs Kandidaten in Rom, wo sie von den zuständigen Instanzen geprüft wird. Noch kann sich der 75-Jährige nicht zurücklehnen, denn bis zum Wahltermin kann es erfahrungsgemäss noch Monate dauern – eine Ferienwoche kann da nur gut tun.
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