Papst-Telegramm zu Magdeburg: Dank an Helfer und Gebet für die Opfer

Der Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt hat nicht nur in Deutschland Entsetzen und Trauer hervorgerufen. Anteilnahme kommt auch aus dem Vatikan.

In einem Kondolenztelegramm an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Papst Franziskus seine Anteilnahme nach dem Anschlag von Magdeburg zum Ausdruck gebracht.

«Allen Betroffenen sichert er seine geistliche Nähe zu», heisst es in dem am Samstagabend auf Italienisch und Deutsch veröffentlichten und von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichneten Schreiben.

Zugleich danke der Papst «all denen, die in diesem schwierigen Moment im Einsatz sind und den Opfern beistehen», hiess es weiter: «Papst Franziskus betet für die Verstorbenen und vertraut die Menschen Christus, unserer Hoffnung, an, dessen Licht in die Dunkelheit strahlen möge. Von Herzen erbittet er allen Gottes Beistand und Trost.»

Fünf Todesopfer

Bei dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt vergangenen Freitagabend ist ein Mann mit einem Auto in eine Menschenmenge gefahren. Mindestens fünf Menschen starben, darunter ein neunjähriger Junge. 200 weitere wurden verletzt, 41 von ihnen schwer. Der Fahrer wurde festgenommen. Der Mediziner (50) stammt aus Saudi-Arabien und lebt seit 2006 in Deutschland. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen.

«Es ist fürchterlich, man kann das gar nicht begreifen. Diese Tat wird immer bleiben.»

Vor der Johanniskirche in Magdeburg haben Menschen Blumen und Kuscheltiere nach dem Anschlag niedergelegt und Kerzen angezündet. «Es ist fürchterlich, man kann das gar nicht begreifen. Diese Tat wird immer bleiben», sagt eine 84-jährige gebürtige Magdeburgerin.

Ökumenischer Gedenkgottesdienst

Der evangelische Dom und die katholische Kathedrale sind geöffnet und bieten Orte für Trauer und Gedenken. «Wir können noch gar nicht darüber sprechen», sagte ein Paar bei einem Gedenkgottesdienst am Samstagabend im Dom: «Aber es ist ein tröstliches Ritual, jetzt hier eine Kerze aufstellen zu können.»

Beim Auftakt des Gottesdienstes sagte der katholische Bischof Gerhard Feige über die Stimmung nach dem Attentat: «Traurig und wütend, ratlos und ängstlich, unsicher und verzweifelt, sprach- und fassungslos und tief betroffen lässt uns der brutale Anschlag vom gestrigen Abend zurück. Mit Gefühlen, die sich nicht greifen lassen, sind wir heute Abend hier im Dom».

«Wir werden dem Gewalttäter nicht unseren Hass geben, sondern wir bleiben bei dem, was Frieden und Zusammenhalt gibt.»

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nahmen an der Gedenkfeier teil. «Gemeinsam sind wir heute Abend hier, um uns gegenseitig Halt zu geben, um auszuhalten, was nicht zu begreifen ist», so Feige. Landesbischof Friedrich Kramer ergänzt in der Predigt: «Wir werden dem Gewalttäter nicht unseren Hass geben, sondern wir bleiben bei dem, was Frieden und Zusammenhalt gibt.» (Vaticannews/kna)


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