Heute Abend eröffnet Papst Franziskus das Heilige Jahr 2025. Welche Alternativen es zum Massenauflauf in Rom gibt, erklärt der Kirchenhistoriker Markus Ries im Podcast «Laut + Leis».
«Ja, man müsste das Heilige Jahr sicher oder man wird es – da bin ich überzeugt –, man wird es sicher weiterentwickeln. Wobei das natürlich nicht die Bäuerin und der Bauer gewesen ist, der Taglöhner, der in seinem Schweiß gebadet arbeiten musste, der 1300 nach Rom gegangen ist, sondern das sind, je weiter weg es war, desto stärker waren das Oberschichtsangehörige, die sich das leisten konnten oder entsprechende Positionen hatten. Das muss man sehen.
Doch dieser Massenauflauf ist natürlich nicht in der ursprünglichen Vorstellung enthalten. Im Gegenteil, heute belastet er uns ja im Aspekt von Nachhaltigkeit, und meines Erachtens ist dem auch Rechnung getragen, indem nicht die Wallfahrt nach Rom gefordert ist. Man kann sich auch am Heiligen Jahr beteiligen und andere Kirchen aufsuchen.
Es gibt zum Beispiel im Bistum Basel in jedem Kanton eine Kirche, die bezeichnet ist als Wallfahrtsziel, das man aufsuchen kann. Also es kann im Prinzip jeder Mensch im Bistum Basel mit dem Fahrrad an diesem Heiligen Jahr teilnehmen, indem er in diese Kirche geht, die da bezeichnet ist. Und das ist eine gute Entwicklung.»
Das sagt der Kirchenhistoriker Markus Ries im Podcast «Laut + Leis». Bis zu seiner Pensionierung vor wenigen Monaten war er Professor für Kirchengeschichte an der Theologischen Fakultät der Universität Luzern. (sl)
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant