«Er war völlig still und ruhig»: Augenzeugin erlebte Attacke auf Schwarze Madonna mit

Noch immer sind nicht nur Gläubige in der Schweiz geschockt über die Tat eines 17-jährigen Asylbewerbers aus Afghanistan. Dieser riss der Schwarzen Madonna vergangenen Samstag in der Gnadenkapelle im Kloster Einsiedeln die Kleider herunter und setzte sich die Krone der Mutter Gottes auf. Maria Anna Rohner aus Luzern erlebte den Vorgang live mit – und war die Einzige, die sofort Alarm schlug.

Wolfgang Holz

«Einsiedeln und die Schwarze jeder Madonna sind für mich ein ganz grosser Kraftort, an dem man sofort spürt, wie einem das gut tut, dort zu beten – und wie einem geholfen wird», beschreibt Maria Anna Rohner aus Luzern gegenüber kath.ch, warum sie mehrere Male im Jahr nach Einsiedeln pilgert.

Singt im Stiftschor der Luzerner Hofkirche mit

So wie vergangenen Samstag auch, als die Luzernerin, die seit fünf Jahren im Stiftschor der Hofkirche mitsingt, in einem der Bänke vor der Gnadenkapelle in der Stiftskirche sass, um dort gegen 15 Uhr vor der Schwarzen Madonna persönliche Andacht zu halten.

«Es war kein stiller Samstagnachmittag», erzählt sie. Drei Pilgergruppen seien in der Klosterkirche anwesend gewesen. Auf einmal sei dann der junge Mann in die Kirche gekommen und habe sich zunächst neben die Kirchenbänke gestellt. «So wie er sich dann verhalten hat und herumgegangen ist, war zu erkennen, dass er sich in der Örtlichkeit auskennt», ist Maria Anna Rohner überzeugt.

Zuerst auf einen Stuhl, dann auf den Altar

Der 17-Jährige sei dann plötzlich nach vorne in die Gnadenkapelle gegangen und habe sich dort einen Stuhl geschnappt.

«Er ist auf den Stuhl gestanden, um so auf den Altar zu gelangen, um auf die Schwarze Madonna zuzugreifen.»

‘Was ist denn hier los?’ dachte sich Maria Anna Rohner sofort, als sie dies sah. Sie habe gleich reagiert, sei aufgestanden, nach vorn zum Altar gerannt und habe den jungen Mann angeschrien: «Stopp! Sofort aufhören! Raus hier» In den Bänken vor der Gnadenkapelle hätten die Leute inzwischen geschrien.

Kleider heruntergerissen

Der Asylbewerber aber habe der Schwarzen Madonna schliesslich die Kleider heruntergerissen, ihr Szepter in die Hand genommen und sich die Krone aufgesetzt», beschreibt Maria Anna Rohner die Schreckensszene. «Er war bei seiner Tat völlig ruhig und still. Er wirkte auf mich, als ob er in einem eigenen Programm stecke. Es sah fast so aus, als ob alles wie in Zeitlupe geschieht.» Er habe auch nicht wütend gewirkt.

Danach sei sie losgestürmt Richtung Klosterpforte, berichtet Maria Anna Rohner, um Alarm zuschlagen – weil sie wirklich die Einzige gewesen sei, die eingeschritten sei. «Es war kein einziger Pater und kein einziger Ordner zu diesem Zeitpunkt in der Kirche. Und an der Klosterpforte in der Kirche musste ich minutenlang klingeln, bis endlich jemand kam.»

Asylbewerber in Handschellen abgeführt

Die kurz darauf alarmierte Polizei sei dagegen schnell vor Ort gewesen, berichtet die Luzernerin. Der junge Mann, der mittlerweile von einem Mönch und anderen Kirchenbesuchern bei der Gnadenkapelle festgehalten worden sei, wurde in Handschellen abgeführt.

«Einer der Polizisten hielt mit dem afghanischen Flüchtling nochmals vor der Schwarzen Madonna bewusst inne, um dem 17-Jährigen zu vergegenwärtigen, was er da verbrochen hatte», sagt Maria Anna Rohner gegenüber kath.ch.

Wie inzwischen auch bekannt wurde, soll sich der junge Asylbewerber aus Afghanistan bereits vor der Attacke auf die Schwarze Madonna auffällig verhalten haben.

Er soll nämlich während seiner Zugfahrt von Rapperswil nach Einsiedeln Fahrgäste belästigt haben. Am Bahnhof alarmierten Passanten die Polizei, da er laut war und eine weitere Frau belästigte. Als die Polizei eintraf, befand er sich bereits im Postbus Richtung Kloster. Der junge Mann wurde nach seiner Tat in eine medizinische Einrichtung gebracht.


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