Christoph Sigrist: «Wir werden ermutigt, immer wieder den Frieden zu entdecken»

In seinem neuen Buch befasst sich Christoph Sigrist, bis vor kurzem Pfarrer am Grossmünster in Zürich, mit Niklaus von Flüe. Im Podcast «Laut + Leis» sagt er, warum es der Auftrag aller Gläubigen ist, von Gottes Barmherzigkeit und Gerechtigkeit zu sprechen.

«Das ist ja unser Auftrag:  Ob du jetzt Christ bist, Christin, Buddhistin, Muslima, Muslime, Jüdin oder Jude. Unser Auftrag ist, für wahr zu halten, dass es kein Witz ist, angesichts dieser Welt von Gottes Barmherzigkeit und Gerechtigkeit zu sprechen. Anders kann ich die mit den Fingernägeln eingeritzten, hebräisch geschriebenen Psalm-Verse in den Gaskammern von Auschwitz nicht deuten. Und es ist der Respekt von unserer Generation diesem Holocaust gegenüber, den Menschen gegenüber, die dort gestorben sind und angesichts des Todes Verse von Gottes Frieden in die Betonwand hineingeritzt haben. Aus diesem Respekt heraus werden wir ermutigt, immer wieder den Frieden zu entdecken angesichts der Bomben, die vom Himmel fallen.»

Das sagt Christoph Sigrist im Podcast «Laut + Leis». Das neue Buch des Diakoniewissenschaftlers heisst «Bruder Klaus von Flüe. Den Frieden schauen» und ist im Patmos-Verlag erschienen. Das gleichnamige Oratorium wird am 8. Dezember im Grossmünster in Zürich uraufgeführt; Komponist ist der berühmte Blockflötist Hans-Jürgen Hufeisen. (sl)


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