Christoph Sigrist: «Ich halte nichts von einer Form des Glaubens, die den Zweifel ausschliesst»

In seinem neuen Buch befasst sich Christoph Sigrist, bis vor kurzem Pfarrer am Grossmünster in Zürich, mit Niklaus von Flüe. Im Podcast «Laut + Leis» sagt er, warum der Schutzpatron der Schweiz auch ein grosser Zweifler war.

«Menschsein ohne Zweifel ist nicht möglich. Und noch eine Schleife mehr: Glauben ohne Zweifel ist eben auch nicht möglich. Weil Glauben Vertrauen ist. Und Vertrauen hat immer den Zweifel als Resonanzraum. Wer vertraut, kann nie sicher sein. Wer liebt, kann nie sicher sein. Und der Zweifel ist für mich so etwas wie der Herzschlag. Der Zweifel ist auch derjenige Punkt, der die Menschheit weiter vorangetrieben hat in der Wissenschaft, insbesondere in der Naturwissenschaft. Der Zweifel ist ganz existenziell wichtig, und ich halte nichts von einer Form des Glaubens, die den Zweifel ausschliesst.»

Das sagt Christoph Sigrist im Podcast «Laut + Leis». Das neue Buch des Diakoniewissenschaftlers heisst «Bruder Klaus von Flüe. Den Frieden schauen» und ist im Patmos-Verlag erschienen. Das gleichnamige Oratorium wird am 8. Dezember im Grossmünster in Zürich uraufgeführt; Komponist ist der berühmte Blockflötist Hans-Jürgen Hufeisen. (sl)


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