Christoph Sigrist: «Bruder Klaus hatte eine ähnliche Wirkung wie Dalai Lama»

In seinem neuen Buch befasst sich Christoph Sigrist, bis vor kurzem Pfarrer am Grossmünster in Zürich, mit Niklaus von Flüe. Im Podcast «Laut + Leis» sagt er, warum der Schutzpatron der Schweiz bis heute wichtig ist.

«Ich halte nicht für wahr, dass er wegen der Heiligsprechung heute wichtig ist, sondern ich meine, er hatte eine ähnliche Wirkung wie der Dalai Lama. Denn der Dalai Lama, Seine Heiligkeit, den ich immer als Bruder bezeichnet habe, hat die Einladung 2016 im Grossmünster angenommen. Dort habe ich die Masse erlebt. Und diese Masse, die war ja nachher auch im Hallenstadion, die reagierte auf diese Figur vom Dalai Lama so ähnlich, wie ich fantasievoll sagen kann, dass die damaligen Leute auf den Bruder Klaus reagiert haben.

Weil er eine Projektionsfläche gewesen ist – so wie auch Dalai Lama – von Frieden, Authentizität und Aufrichtigkeit. Er hat also alles vereint, was sonst solche Figuren nicht mehr sind. Bruder Klaus fasziniert wegen dieser Ausstrahlung und polarisiert wegen der ganzen Transformation weg von der patriarchalen Gesellschaft hin zu einer paritätischen, partnerschaftlichen Gesellschaft, wo er natürlich quer in der Landschaft steht.»

Das sagt Christoph Sigrist im Podcast «Laut + Leis». Das neue Buch des Diakoniewissenschaftlers heisst «Bruder Klaus von Flüe. Den Frieden schauen» und ist im Patmos-Verlag erschienen. Das gleichnamige Oratorium wird am 8. Dezember im Grossmünster in Zürich uraufgeführt; Komponist ist der berühmte Blockflötist Hans-Jürgen Hufeisen. (sl)


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