Diakon Daniel Pittet startet Kampagne zur Prävention von Missbrauch in Bussen

Der katholische Diakon und Autor Daniel Pittet, selbst ehemaliges Opfer sexuellen Missbrauchs durch einen Priester, finanziert eine Präventionskampagne auf den Freiburger Bussen. Ziel ist es, die Bevölkerung für das Ausmass des Missbrauchs zu sensibilisieren.

Auf einigen Buslinien, die im Grossraum Freiburg zirkulieren, sind seit Mitte Oktober Plakate im Grossformat angebracht. Darauf steht: «Abus sexuel! Parlons-en, agissons!» (Sexueller Missbrauch! Reden wir darüber, handeln wir!) und darunter in den drei Landessprachen «Non Nein No»

«Die Idee ist, die Leute anzusprechen, damit möglichst viel darüber gesprochen wird», erklärt Daniel Pittet gegenüber der Tageszeitung «La Liberté» vom Mittwoch. Der katholische Diakon hat die Plakat-Kampagne für die Freiburger Busse mit dem von ihm gegründeten Verein «Non, nein, no» initiiert.

Pittet schilderte 2017 in einem Buch seine von Missbrauch durch den Kapuziner Joël Allaz geprägte Kindheit. Kürzlich wurde das Buch mit dem Titel «Mon Père, je vous pardonne» (Mein Pater, ich verzeihe Ihnen) für das Theater adaptiert. Pittet setzt sich seit Jahren aktiv für die Prävention von sexuellem Missbrauch ein.

Missbrauch sehr verbreitet

Die Plakate auf Bussen seien eine «Art zu sagen, dass es unglaublich viele Fälle von sexuellem Missbrauch gibt. Jedes fünfte Kind ist damit konfrontiert, oft im familiären Umfeld», sagt der Diakon zur Zeitung.

Pittet hat die sechsmonatige Kampagne über die Freiburger Druckerei und Werbeagentur Media F finanziert. Die Kosten für die Aktion belaufen sich auf rund 48’000 Franken. Der Verein «Non, Nein, No» finanziert 35’000 Franken mit Mitteln aus dem Erlös des Buchverkaufs. Für den Restbetrag sucht Daniel Pittet noch nach Spendern. Er möchte die Kampagne in anderen Kantonen wiederholen (cath.ch/kath.ch/bal).


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