Bischof Gmür: «Ich kann etwas von der tiefen Verletzung spüren»

Der Bischof von Basel, Felix Gmür, erklärt, was die Begegnung mit Missbrauchsbetroffenen auslöst. Ihnen zuzuhören nehme sehr mit. Das habe er in der Bischofskonferenz und im Bischofsrat miterlebt.

«Die ganze Bischofskonferenz hatte Kontakt mit Vertreterinnen und Vertretern der Betroffenen. Das hat wirklich die Wahrnehmung verändert. Die Schilderungen einer betroffenen Person machen auch mich als Zuhörer zu einer Art Mitbetroffenen. Das hat alle sehr mitgenommen. Auch im Basler Bischofsrat hatten wir einen Austausch mit Betroffenenorganisationen.

«Das Verbrechen bekommt ein Gesicht, wenn man mit Betroffenen redet.»

Die Leute aus dem Bischofsrat haben damals wirklich nach Worten gerungen, um ihrer Trauer, Wut und ihrer Betroffenheit Ausdruck zu verleihen. Das Verbrechen bekommt ein Gesicht, wenn man mit Betroffenen redet. Und das verändert, indem man besser wahrnehmen kann, was das in diesen Leuten zerstört hat, auch wenn man das nie richtig nachvollziehen kann. Aber ich kann etwas von der tiefen Verletzung spüren.»

Das sagt Bischof Felix Gmür im Gespräch mit dem Zürcher Pfarrblatt «Forum». Darin äussert er sich auch zum Stand der Massnahmen gegen Übergriffe, zu seinem Gestaltungsraum als Bischof und zu Rücktrittsforderungen an ihn. Er sagt, es habe ihn «persönlich verletzt, dass man Menschen weghaben will auf Grund von Vorwürfen, die nicht stimmen». Und fügt erklärend hinzu: «Man hat mir vorgeworfen, ich hätte etwas vertuscht – und das stimmt einfach nicht. Ich habe mich ja selbst angezeigt.» (rp)


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