Sara Kissling: «Ich war wirklich am Boden»

Sie konvertierte von der reformierten zur römisch-katholischen Kirche und trat ins Kloster Mariazell Wurmsbach in Rapperswil-Jona ein. Nach fünf Jahren kam es zum Bruch. Was das bedeutet hat, erklärt Sara Kissling im Podcast «Laut + Leis»:

«Ich wollte nicht wieder gleich in die Pflege einsteigen oder als Musikpädagogin arbeiten, weil ich spürte, wenn ich jetzt da wieder voll aufgehe in meiner Berufstätigkeit, dann habe ich keinen Raum und keine Musse, die Erlebnisse aufzuarbeiten. Ich habe gemerkt, das ist jetzt ganz wichtig, ich muss mir diesen Raum geben und mir auch die Frage stellen: Was mache ich denn jetzt mit meiner Berufung? Weil die ist ja mit meinem Kloster-Austritt nicht einfach erloschen. Ich habe dann Exerzitien gemacht, geistliche Begleitung.

Es war ein langer Prozess. Ich habe gemerkt, dass die Entscheidung, ein Leben, in dem der Glaube im Zentrum steht, dass das nach wie vor wichtig und richtig ist. Und so kam ich dann zum Theologiestudium. Um meinen Lebensunterhalt zu finanzieren, habe ich dann in der Kinderbetreuung als Nanny bei verschiedenen Familien gearbeitet. Das war eine sehr schöne Erfahrung. Weil ich auch gemerkt habe, die Spontanität der Kinder, das tut mir so gut nach diesen vielen negativen zwischenmenschlichen Erfahrungen. Ich musste ja auch als Mensch wieder Fuss fassen, Selbstvertrauen und ein Selbstbewusstsein aufbauen, weil ich war wirklich am Boden.»

Das sagt Sara Kissling im Podcast «Laut + Leis». Die 46-jährige Konvertitin und ehemalige Ordensschwester studiert heute Katholische Theologie an der Theologischen Hochschule Chur. (sl)


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https://www.kath.ch/newsd/sara-kissling-ich-war-wirklich-am-boden/