Die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) hat nötige Gelder bewilligt, um im Januar 2025 mit einer unabhängigen Anlaufstelle zu starten.
Fast pünktlich zum Jahrestag der Veröffentlichung der Pilotstudie zu sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche Schweiz wird eine schon lange geforderte Massnahme Realität: Eine unabhängige Anlaufstelle für Missbrauchsbetroffene.
Wie genau diese Anlaufstelle aussehen soll, wurde lange diskutiert. Laut «Pfarrblatt Bern» soll diese nun an bestehende staatliche Strukturen der kantonalen Opferhilfe ankoppeln. Der Zusammenarbeit haben die Schweizer Bischofskonferenz und die Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren der Schweiz (SODK) bereits im Juni 2023 zugestimmt.
Das definitive Ja zur Umsetzung dieser Massnahme folgte nun bei einer ausserordentlichen Versammlung der RKZ am 4. September. Der Dachverband der kantonalkirchlichen Organisationen finanziert diese Anlaufstelle. Diese soll es ab Januar 2025 geben.
Schon heute können Betroffene von sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche die kantonalen Anlaufstellen in Anspruch nehmen. Allerdings fehlt es den staatlichen Stellen oft an Wissen über die Strukturen der Kirche. Ebenfalls fehlt es an genügend Personal, zusätzliche Fälle aufzufangen.
Hier will die RKZ mit ihrem Finanzierungsplan für die Anlaufstelle ansetzen: Der Dachverband wird eine Fallpauschale an die jeweilige Opferhilfe zahlen, damit der Mehraufwand für die Bearbeitung der Fälle gedeckt ist.
Zudem wird die RKZ zusammen mit der Schweizer Bischofskonferenz und der KOVOS, dem Dachverband der Ordensgemeinschaften, eine Informationsstelle schaffen. Diese steht den Opferberatungsstellen mit ihrem kirchlichen Fachwissen zur Seite. (jas)
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