Der Tessiner Priester Emanuele Di Marco übernimmt ab sofort die Interimsleitung des Diözesanbüros für schulischen Religionsunterricht. Im August wurde der zuständige Priester wegen Verdacht auf sexuellen Missbrauch verhaftet.
«Heute beginnt eine neue Herausforderung für mich», hat Emanuele Di Marco in den Sozialen Medien gepostet – so berichtet es das katholische Medienportal catt.ch. Er werde sich nun wieder hauptsächlich um Schule und Bildung kümmern. «Ich bin dankbar für das Vertrauen, das mir geschenkt wird, in einem für die Ortskirche sehr heiklen Moment», so Di Marco. Er werde sich engagieren in der ihm anvertrauten neuen Rolle.
Laut einer Mitteilung des Bistums Lugano hat der Apostolische Administrator Alain de Raemy – nach Rücksprache mit seinem Beraterkollegium – beschlossen, per sofort den Priester Emanuele Di Marco als Interimsleiter des Diözesanbüros für schulischen Religionsunterricht einzusetzen. Dieser übernimmt damit die Leitungsaufgabe des Tessiner Priesters, der seit Anfang August unter Missbrauchsverdacht in Lugano in Haft ist.
Die Interimslösung sei notwendig, damit das Diözesanbüro für schulischen Religionsunterricht (UIRS) und der diözesane katechetischen Bereich ihre Aufgaben normal wahrnehmen könnten, so die Mitteilung. Di Marco werde dafür vorläufig von seinen Aufgaben als bischöflicher Zeremonienmeister und Koordinator der diözesanen Kommission für die pastorale Liturgie entbunden.
Weihbischof Alain de Raemy werde im Verlauf des nächsten Monats gemeinsam mit Emanuele Di Marco die Katechetinnen und Religionslehrer treffen – für einen Austausch und einen Moment des Gebets, heisst es weiter.
Der 1982 in Lugano geborene Emanuele Di Marco hat 2005 die Primarlehrerausbildung an der Pädagogischen Hochschule in Locarno abgeschlossen. 2010 und 2011 machte er an der Theologischen Hochschule Lugano den Bachelor in Theologie und das Lizentiat in Dogmatischer Theologie. 2014 doktorierte er an der Päpstlichen Lateranuniversität in Rom in Theologie. Gleichzeitig erwarb er an der Päpstlichen Gregorianischen Universität von Rom das Unterrichtsdiplom.
2011 wurde di Marco in Lugano zum Priester geweiht. 2011 bis 2014 war er Vizekaplan der Schweizergarde im Vatikan. Er ist Leiter der Pfarrei Oratorio von Lugano und Dozent an der Theologischen Fakultät Lugano, die seit 2014 an die Tessiner Universität USI angeschlossen ist. (catt.ch/rp)
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