Die Kirche Notre-Dame de l’Assomption in Neuenburg trägt seit 2008 den Ehrentitel «basilica minor». Es ist die einzige Kirche am Neuenburger Seeufer, in der täglich eine Messe gefeiert wird, sagt Rektor Luc Bucyana. Und sie ist rot. Ein Beitrag der Serie über «Basilicae minores» in der Schweiz.
Barbara Ludwig
Warum hat der Papst 2008 der Kirche Notre-Dame de l’Assomption in Neuenburg den Ehrentitel «Basilica minor» verliehen und warum genau zu diesem Zeitpunkt?
Luc Bucyana*: Papst Benedikt XVI. verlieh der Kirche Notre Dame de l’Assomption im Jahr 2008 den Ehrentitel «Basilica minor». Die Erhebung wurde genau am 29. Juni 2008 gefeiert. Mit diesem Akt wurde die wichtige Rolle, die diese Kirche für die Katholiken Neuenburgs spielt, gewürdigt – ihrer Rolle als Zentrum, die sie seit ihrer Gründung im Jahr 1906 hat. In der Tat ist es die Kirche, die die Katholikinnen und Katholiken der Stadt Neuenburg und des Kantons zusammenbringt. Sie ist das schlagende Herz eines reichen liturgischen Lebens. Das Datum der Einweihung fällt auf das Fest der Apostel Petrus und Paulus. Es markiert die Verbindung mit Rom und damit der Universalkirche.
Welche Aufgabe erfüllt die Kirche heute in Ihrer Region?
Bucyana: Die Basilika ist ein wichtiger Ort an Neuenburgs Seeufer. Sie ist der Ort, an dem die wichtigsten kirchlichen Feiern im unteren Teil des Kantons stattfinden. Sie ist die einzige Kirche am Neuenburger Seeufer, in der jeden Tag eine Messe gefeiert wird, ein besonders lebendiger Ort, der Katholiken und Nicht-Katholiken anzieht. Zu jeder Tageszeit empfängt sie Besucherinnen und Besucher auf der Durchreise und Menschen, die hier beten wollen.
Wie viele Menschen kommen am Sonntag zur Messe in die Kirche?
Bucyana: An gewöhnlichen Sonntagen besuchen etwa 250 Personen die erste Messe um 10 Uhr und 80 die Abendmesse. An hohen Feiertagen wie Weihnachten oder Ostern nehmen rund 500 Personen an der Messe teil.
Durch welche stilistische Eigenheit fällt diese Kirche auf? Oder durch welche andere Besonderheit?
Bucyana: Eine Besonderheit, die sofort auffällt, ist ihre Farbe: Sie wird übrigens meist «die rote Kirche» genannt. Die rote Farbe findet sich auch auf den bemalten Wänden im Inneren wieder, deren Pflanzenmotive Brokatvorhänge imitieren. Der Elsässer Architekt Guillaume Ritter versuchte, ihr die Farbe des roten Sandsteins aus dem Elsass zu geben. Die Basilika ist im neogotischen Stil erbaut. Zu den wichtigsten Kunstwerken zählt der Kreuzweg, der von Abbé F. Moirod de Cousances geschaffen wurde. Der Künstler integrierte in die Szenen Porträts von Zeitgenossen wie Dekan Berset, Architekt Ritter und weiteren. Die Verehrung von Maria zeigt sich in den Statuen der Jungfrau von Lourdes und der Jungfrau mit Kind.
«In der Basilika spüre ich den Frieden, den ich sonst nirgendwo finde.»
Was verbinden Sie persönlich mit dieser Kirche?
Bucyana: Als Rektor fühle ich mich mit dieser Basilika durch die Mission verbunden, Besucherinnen und Besucher, gut zu empfangen, ihnen zu ermöglichen, dass sie alles empfangen, was ihre Seele nähren kann, und ein Klima der Sammlung finden, das das Gebet fördert. Wenn ich persönlich in der Basilika bin, um Gottesdienste zu feiern und persönlich zu beten, spüre ich den Frieden in mir, den ich sonst nirgendwo finde.
Was gefällt Ihnen überhaupt nicht an der Kirche?
Bucyana: Es fehlen Seitenkapellen für kleine Gruppen.
Bekam die Basilika Notre-Dame schon einmal Besuch von einem Papst?
Bucyana: Meines Wissens wurde sie noch nie von einem Papst besucht.
*Luc Bucyana, 1961 in Ruanda geboren, ist Rektor der Basilika seit September 2023. Der Priester leitet die Seelsorgeeinheit Ville de Neuchâtel im Bistum Lausanne, Genf und Freiburg. Das Interview wurde schriftlich geführt.
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/rote-kirche-hier-schlaegt-das-herz-der-liturgie-von-katholisch-neuenburg/