In der katholischen Kirche gibt es nicht nur Skandale, sondern auch viele Lichtblicke. Davon ist die Aargauer Kirchenrätin Nadia Omar überzeugt. Diese Lichtblicke sollen Platz erhalten im gleichnamigen neuen überregionalen Pfarrblatt der Nordwestschweiz. Heute erscheint es erstmals.
Regula Pfeifer
Was sind Ziel und Zweck des neuen Pfarrblatts?
Nadia Omar*: Das neue Pfarrblatt ersetzt die beiden Pfarrblätter Horizonte Aargau und Kirche heute und ist wie die beiden bisherigen Pfarrblätter unsere Mitgliederzeitschrift für die Mitglieder der römisch-katholischen Kirche aus den angeschlossenen Kirchgemeinden.
Wen möchten Sie erreichen?
Omar: Unsere Mitglieder. Der Mantelteil richtet sich an alle Mitglieder, insbesondere an die Distanzierten, die sich nicht mehr stark mit der Kirche und ihren Wirkungsgebieten auseinandersetzt. Der Pfarreienteil soll insbesondere unsere aktiven Mitglieder ansprechen.
Und wie genau?
Omar: Das Pfarrblatt wird alle zwei Wochen in die Haushalte geliefert.
Der Name Lichtblick suggeriert: Sie streben Good News an. Wo bleibt der kritische Journalismus?
Omar: Unsere Redaktion ist unabhängig. Es gibt in der katholischen Kirche in der Tat interessante Wirkungsgebiete, die keine Skandale enthalten, sondern die Arbeit der vielen Menschen an der Basis zeigt. Da sind auch viele Lichtblicke darunter.
«Die kritische Auseinandersetzung mit Themen hat selbstverständlich auch Platz.»
Die kritische Auseinandersetzung mit Themen hat selbstverständlich auch Platz. Unsere Redaktorinnen arbeiten nach journalistischen Grundsätzen, da gehört kritisch-faire Berichterstattung auch dazu. Sie pflegen jedoch einen konstruktiven Ansatz, der neben kritischem Hinschauen auch immer danach fragt, wo es Lösungsansätze gibt und inwiefern diese schon umgesetzt sind.
Wie viele Lesende peilen sie an? Sind das mehr oder weniger im Vergleich zu den bisherigen Pfarrblättern?
Omar: Das Einzugsgebiet bleibt dasselbe: es sind rund 145’000 Haushalte, die bedient werden.
Wird das Pfarrblatt Lichtblick gratis zugestellt?
Omar: Die Leserinnen und Leser zahlen ihr Abo indirekt – über die Kirchensteuern.
Wer finanziert das neue Pfarrblatt?
Omar: Das Pfarrblatt finanziert sich über Abonnementspreise, welche die Kirchgemeinden pro Abonnement zahlen (17.50 Franken pro Abonnement), sowie über Beiträge der Landeskirchen und über Verkauf von Anzeigenplatz und Beilagen.
«Es konnten insgesamt kaum Kosten eingespart werden.»
Hat die Zusammenlegung einen Sparhintergrund? Wenn ja, wie viel sparen Sie ein?
Omar: Es konnten insgesamt kaum Kosten eingespart werden, da wir gleichzeitig die Geschäftsstelle mit einer neuen Geschäftsführerin besetzen und den Mantel ausgebaut haben. Diese Mittel konnten durch die reduzierten Produktionskosten gedeckt werden. Wie viel der Betrieb in Zukunft in der Tat einsparen kann, wird sich weisen müssen, das kann heute nicht beziffert werden.
*Nadia Omar hat als Aargauer Kirchenrätin in der Projektgruppe an der Entwicklung des neuen römisch-katholischen Pfarrblatts mitgewirkt, das die bisherigen Aargauer und Basler Pfarrblätter «Horizonte» und «Kirche heute» ersetzt.
Das Interview wurde schriftlich geführt.
Link zur Online-Version des Pfarrblatts «Lichtblick».
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/nadia-omar-wir-pflegen-einen-konstruktiven-journalismus/