Die Regisseurin Saulè Bliuvaitè hat am Locarno Film Festival den Goldenen Leoparden gewonnen. Für ihren Film «Akiplėša (Toxic)» über das Leben von zwei Mädchen erhält sie zudem den Preis der Ökumenischen Jury der Kirchen.
Im Zentrum des Films von Saulè Bliuvaitè stehen zwei Mädchen, die von einer Model-Karriere träumen, teilen die Ökumenische Jury und die kirchlichen Filmorganisationen Signis und Interfilm mit. Es ist eine Geschichte über zerbrochene Familien, eine Teenager-Freundschaft und die Hoffnung auf ein besseres Morgen.
Der Film zeige den Kontrast zwischen jugendlichen Träumen und einer realen Welt, die diese jugendlichen Ideale zu ihrem Vorteil ausnutzt, so die Jury. Er werfe wichtige Fragen auf: Etwa wie man in menschlichen Beziehungen zwischen Wahrheit und Lüge unterscheide, wie man Manipulation und Missbrauch ablehne, insbesondere wenn man noch keine Lebenserfahrung hat. Im Grunde gehe es um die Frage, was die Gesellschaft jungen Menschen bieten könne, führt die Jury in ihrer Begründung aus.
Der Preis ist mit 10’000 Franken dotiert. Das Preisgeld stellen die Evangelisch-reformierte Kirche und die römisch-katholische Kirche der Schweiz zur Verfügung.
Saulè Bliuvaitè ist für diesen Film auch mit dem Goldenen Leoparden ausgezeichnet worden. Ausserdem erhielt sie den Preis für den besten Erstlingsfilm aus allen Sektionen. «Sie ist somit die grosse Gewinnerin von drei wichtigen Preisen des Locarno Film Festivals», heisst es in der Mitteilung.
Die Ökumenische Jury hat weiter eine lobende Erwähnung an den Film «Mond» der Regisseurin Kurdwin Ayub vergeben. «Es gibt im Leben immer Niederlagen, aber es ist wichtig aufzustehen und neu anzufangen», heisst es in ihrer Begründung.
Der Film von Ayub zeige sowohl die gesellschaftlichen Unterschiede als auch die Gemeinsamkeiten zwischen einer jungen europäischen Trainerin und ihren neuen Schülerinnen, drei jordanischen Schwestern. Das Gefühl, gefangen zu sein gebe es im Osten wie im Westen und auch die Notwendigkeit zu kämpfen.
Die kirchliche Jury war dieses Jahr sehr international ausgerichtet. Ihr gehörten an Douglas Fahleson aus Irland, Dirk von Jutrczenka aus Deutschland, María Teresa Téramo aus Argentinien und Anita Uzulniece aus Lettland. Die Preisverleihung fand zum Ende des Festivals am Samstag statt. (bal)
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