In einem Brief an die Gläubigen des Bistums Lugano spricht Bischof Alain de Raemy über die Verhaftung des Priesters D.L. und was diese bei ihm und vielen anderen im Tessin auslöst. Und er bittet die Menschen, einander beizustehen und den Glauben zu bewahren.
«Liebe Anwesende, die Verhaftung und Untersuchungshaft von Priester D.L., der gerade im Bereich der Jugend wichtige Aufgaben hatte, erfüllt uns mit bitterer Überraschung, tiefer Trauer und grossen Fragen. Ich verstehe sehr gut die Sorge, die so viele Menschen umtreibt. Ich teile ihre Beunruhigung. Auch ich habe geweint und weine.
«Nur die Wahrheit wird uns helfen bewusst weiterzugehen.»
Aber nur die Wahrheit wird uns helfen bewusst weiterzugehen. Bitten wir Gott um die grosse Gabe der Geduld in Barmherzigkeit, um die Ergebnisse der noch laufenden Ermittlungen abzuwarten, im Vertrauen auf die Gerichte, die man immer unterstützen, aber niemals behindern darf bei der Suche nach der Wahrheit. Die Versuchung, Hypothesen aufzustellen, zu schwatzen oder zu verurteilen, hilft niemandem. Heute wie immer müssen wir als Christen vor allem für den Trost der Leidenden und für die Bekehrung derjenigen beten, die andere leiden lassen.
«Ich leide, bete und hoffe mit euch».
Respekt, Gerechtigkeit und Nächstenliebe gegenüber allen stärken das Herz eines jeden von uns. Ich leide, bete und hoffe mit euch, vor allem mit euch Jugendlichen, mit euren Eltern, mit euch Lehrern und Katecheten, mit euch Diakonen, Priestern und emeritierten Bischöfen.
Helfen wir uns in dieser schwierigen Zeit gegenseitig gemeinsam fest im Glauben zu bleiben: Wir müssen auf Gott vertrauen, der immer am Werk ist, auch wenn es uns nicht so erscheint! Unsere Kraft ist im Herrn, und mit ihm und für ihn hat jede pastorale Arbeit, auch die Jugendarbeit, ihren Sinn. Ich fordere Sie daher alle auf, trotz der Mühen den Weg des Glaubens weiterzugehen, in der Gewissheit, dass Sie auf die vielen Menschen – Laien und Geweihte – vertrauen können, die ihr Haus auf den Felsen bauen.»
Den Brief hat Alain de Raemy anlässlich von Mariä Himmelfahrt gestern veröffentlicht. Der apostolische Administrator des Bistum Lugano schloss ihn mit einer Bitte um Hilfe an die Mutter Gottes. (catt.ch/rp)
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