An Mariä Himmelfahrt feiert das Kloster St. Ursula in Brig ihre Ordensschwestern, die vor 25, 50 oder mehr Jahren in die Gemeinschaft eingetreten sind – das war nicht immer so. Der Festgottesdienst hat in diesem Jahr zwei Besonderheiten.
Jacqueline Straub
Seit einigen Jahren feiert das Kloster St. Ursula im Brig am Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel alle Profess-Jubilarinnen des Jahres. Daher ist der 15. August für die Ordensschwestern nicht nur ein Hochfest, das in der ganzen katholischen Welt gefeiert wird, sondern auch ein Festtag mit Apéro und feinem Essen für die Schwestern, die geehrt werden.
«Maria ist die besondere Patronin unserer Gesellschaft», sagt Schwester Petra Marzetta gegenüber kath.ch. Maria sei sogar noch etwas wichtiger als die Heiligen Ursula, die am 21. Oktober ihren Gedenktag hat und als die Gründerin des Klosters, Anne de Xainctonge.
Dass die Profess-Jubiläen ausgerechnet am 15. August gefeiert werden, hat «eher praktische Gründe», so Schwester Petra Marzetta. «Die Profess-Termine der Schwestern waren früher der 21. Oktober, der 8. Juni oder der 8. September. Damals hatten wir an unserer privaten Schule an diesen Tagen noch schulfrei.»
Später waren diese Tage keine offiziellen Feiertage mehr. «Wir und vor allem auch unsere Verwandten und Besucher müssten sich freie Tage von ihrer Arbeit nehmen», so die Ordensschwester. Deswegen legten die Schwestern vor einigen Jahren alle Jubiläen zusammen auf einen noch freien Tag – Mariä Himmelfahrt. «Der 15. August ist günstig, weil er meistens gerade noch kurz vor Schulbeginn ist und somit für alle möglich ist, zu kommen.»
Dieses Jahr feierten drei Schwestern des Klosters St. Ursula eine Jubiläums-Profess: Schwester Sabina Lauber ist vor 70 Jahren dem Orden beigetreten, Schwester Yvonne Schärmeli vor 50 Jahren und Schwester Mary Joseph Mini Anthony Nirappath feiert ihr silbernes Professjubiläum.
«Es ist ein Tag des Dankes und der Bekräftigung des eingeschlagenen Weges», sagt Schwester Petra Marzetta. Daher wurde nach der Homilie in den normalen Festgottesdienst von Mariä Aufnahme die Erneuerung der Gelübde eingefügt – und zwar gemäss dem offiziellen liturgischen Buch «Die Feier der Ordensprofess».
Eine Besonderheit hatte der diesjährige Gottesdienst: Denn eine der Jubilarinnen kommt aus Indien. «Deswegen wurde als Doxologie ein indisches Arti zelebriert», sagt Schwester Petra Marzetta. «Und da einige Schwestern aus Afrika zu Besuch sind, wurde der Opfergang von afrikanischem Tanz begleitet.»
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