Missbrauch: Bistum Lugano äussert sich zu verhafteten Priester

Vor wenigen Tagen wurde ein Priester aus dem Tessin wegen Verdacht auf sexuellen Missbrauch verhaftet. Er wird nun für zwei Monate in Untersuchungshaft bleiben. Jetzt äussert sich das Bistum, das schon länger von dem Fall weiss.

Jacqueline Straub

Derzeit wird gegen den Priester D.L.* aus dem Tessin, der auch Lehrer am Collegio Papio in Ascona ist und ebenfalls Kaplan desselben Instituts, wegen Verbrechen sexueller Natur ermittelt.

Am Tag nach seiner Rückkehr mit einer Tessiner Jugendgruppe, die ein Jugendfestival in Medjugorje besuchte, wurde er verhaftet. Er wird die kommenden zwei Monate in Untersuchungshaft bleiben. Der Priester ist derzeit im Justizgefängnis Farera untergebracht.

Nun hat sich das Bistum Lugano in einer Medienmitteilung zu der Verhaftung geäussert. «Die bischöfliche Kurie hält es angesichts einiger Artikel, die in den letzten Stunden erschienen sind, für notwendig, einige nützliche Informationen zur Verfügung zu stellen, um den Sachverhalt zu erhellen, der der Verhaftung des Diözesanpriesters, gegen den derzeit ermittelt wird, vorausging, da über die Entwicklung der Angelegenheit vorerst nichts bekannt ist», heisst es in der Mitteilung.

Der Apostolische Administration, Weihbischof Alain de Raemy, hat im Februar von einer zu diesem Zeitpunkt volljährigen Person Informationen über «einige unangemessene Annäherungen des Priesters an ihn und vielleicht auch an einen Minderjährigen» erhalten.

Anzeige im April

Daraufhin wurde die Sachverständigenkommission für Fälle von sexuellem Missbrauch gebeten, die betroffene Person zu begleiten. Die Anzeige der Person erfolgte dann Anfang April. Im August kam es zur Verhaftung des Priesters. «Um sich nicht in die Wahrheitsfindung einzumischen und die Verunreinigung von Beweisen zu riskieren, wurden in der Zeit zwischen der Anzeige und der Verhaftung keine Massnahmen gegen den Priester ergriffen», heisst es in der Mitteilung.

Sehr heikle Phase

Gegenüber dem «Corriere del Ticino» sagte der Anwalt des beschuldigten Priesters: «Ich begleite meinen Mandanten schon seit langem, heute befinden wir uns in einer komplexen und sehr heiklen Phase, daher ziehen wir es vor, jegliche Äusserungen zu vermeiden.»

Für den Priester gilt die Unschuldsvermutung.

*Der Name ist der Redaktion bekannt.


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