Olympiasiegerin Yemisi Ogunleye: «Werde von Gott geliebt – mit und ohne Medaille»

Es war eine Goldmedaille, die ihr Gott geschenkt hat: Davon ist die 25-jährige deutsche Kugelstosserin Yemisi Ogunleye nach ihrem Überraschungserfolg bei den Olympischen Spielen überzeugt. Der Glaube an Gott hilft ihr nicht nur im Sport.

«Ich habe einfach so eine unfassbare Ruhe in diesem Moment verspürt, die nicht von dieser Erde ist», erklärte sie dem Fernsehreporter im ZDF den Augenblick vor dem erfolgreichen Kugelstoss. «Ich bin in den Ring gegangen, habe die Hände gehoben und habe gesagt: Gott, das ist ein Moment, den Du mir versprochen hast.»

Und ihr Vertrauen in Gott zahlte sich aus: Yemisi Ogunleye gewann völlig überraschend im Stade de France bei den Olympischen Spielen in Paris im Kugelstossen die Goldmedaille. Exakt 20 Meter weit stiess sie die vier Kilogramm schwere Kugel im letzten Versuch.

Zettel mit Zitat aus dem Johannes-Evangelium

Wobei sie sofort nach dem Siegesjubel zu ihrem Platz rannte und einen handgeschriebenen Zettel in die Kameras streckte, auf dem auf Englisch ein Zitat aus dem Johannes-Evangelium geschrieben stand: «We are loved!»

Jeden Morgen vor dem Training liest die 25-Jährige in der Bibel. Den Weg zu Gott hat sie in der Pubertät gefunden. Als kleines Mädchen tanzte Ogunleye Ballett, sie turnte auch – wurde dafür aber bald zu gross. Als sie 13 Jahre alt war, begann sie mit der Leichtathletik. Schwere Knieverletzungen warfen sie aber immer wieder zurück. Nach zwei Kreuzbandrissen innerhalb kürzester Zeit, Meniskus- und Knorpelschäden im rechten Knie stand die Sport-Karriere schon auf der Kippe, bevor sie begonnen hatte.

«Er ist eine wichtige Stütze in meinem Leben»

Doch Ogunleye, deren Vater aus Nigeria stammt, kämpfte sich zurück. Auch unschöne Rassismus-Erfahrungen hielten sie nicht auf, ihr tiefer Glaube half Ogunleye durch die schwere Zeit. «Gottes Liebe hat mich verändert», sagte sie einmal dem Südwestfunk.

«Er ist eine wichtige Stütze in meinem Leben. Egal, was passiert, Gott hat mein Leben in der Hand. Das nimmt mir komplett den Druck. Ich empfinde eine unbändige Freude, meinen Sport ausüben zu dürfen.» Und nun konnte Ogunleye sogar über Olympia-Gold jubeln.

Wobei Ogunleye auch nach ihrem Triumph am Freitagabend völlig religiös geerdet und bescheiden bleibt: «Ich werde von Gott geliebt – mit und ohne Medaille», versicherte sie im Interview mit dem ZDF. (woz)


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