Ministrant Nico trifft den Papst: «Ich hatte Gänsehaut»

Zwei Schweizer Ministranten durften am Dienstagabend bei der Audienz auf dem Petersplatz im Rahmen der Ministrantenwallfahrt nach Rom Papst Franziskus die Hand schütteln. Ein einmaliges Erlebnis, berichtet Nico Eggmann. Was er sich von dem Papst wünschen würde? Er müsste nicht lange überlegen.

Magdalena Thiele

«Ja, ich würde es wieder machen», antwortet Nico Eggmann ohne zu zögern. Über fünf Stunden hat er gestern auf dem Petersplatz gewartet, um Papst Franziskus die Hand zu schütteln. «Um 12 Uhr sind wir aufgebrochen Richtung Petersplatz», erzählt der 23-Jährige aus Weinfelden. «Eine Stunde später hatten wir die Kontrollen passiert.» Gegen 18 Uhr war es dann soweit: Papst Franziskus fährt an der jubelnden Ministrantenschaar vorbei, die sich auf dem Petersplatz versammelt hat.

Flagge schwenken und Hände schütteln

Wie von der Pressetribüne aus zu erkennen ist sind erstaunlich viele Plätze bis dahin noch unbesetzt. Ein geschätztes Drittel der insgesamt 35000 Ministranten aus Deutschland hatten es, auch der strengen Sicherheitskontrollen geschuldet, nicht rechtzeitig auf den Platz geschafft. Die 400 Mann starke Schweizer Gruppe hatte mehr Glück. Alle konnten den Papst aus der Nähe betrachten.

Ganz so nah wie Nico Eggmann und Nathalie Portman kamen allerdings die wenigsten. Beide wurden aufgrund ihres langjährigen Engagements ausgewählt, die Wallfahrtsflagge für ihre Nation zu schwenken und den Papst zu begrüssen.

Ein Ereignis, das Hoffnung macht

Es musste schnell gehen. «Wir durften unseren Namen sagen, woher wir angereist sind und einen Wunsch äussern – so die Anweisung», erzählt Nico Eggmann. «Als ich dann an der Reihe war, habe ich tatsächlich einfach danke gesagt – auf deutsch. Und Papst Franziskus hat mir auf deutsch geantwortet».

Er habe danke gesagt für das friedliche Zusammenbringen so vieler junger Menschen, sagt der Schweizer Ministrant. «Es ist schön zu sehen, wie die unterschiedlichen Kulturen hier miteinander feiern und sich austauschen. Das macht mir Hoffnung für mehr Frieden auf dieser Welt.»

Nico Eggmann ist bereits zum dritten Mal bei einer Ministrantenwallfahrt in Rom dabei. Aber dieses Jahr sei durch die Papstaudienz das absolute Highlight, sagt er., ein einmaliges Erlebnis. «Dort auf dem Platz zu stehen, die Fahne zu schwenken und auf die vielen Menschen zu blicken – ich hatte Gänsehaut.» Seit 13 Jahren ist er schon als Ministrant in seiner Pfarrei St. Johannes in Weinfelden aktiv.

Für ihren Dienst am Altar bekommen die Ministranten dort eigens einen Ausweis und symbolische zwei Franken pro Einsatz – ein schönes Zeichen der Anerkennung, aber sicher nicht der Grund für seinen langen Dienst am Altar.

Von Papst Franziskus habe er ein durchaus positives Bild, resümiert der Ministrant: «Er hat gewisse Aussagen gemacht, die unter seinen Vorgängern undenkbar gewesen sind. Dürfte ich mir von ihm etwas wünschen, dann wäre das sein Ja zum Frauenordinat. Auch bei uns in der Schweiz wird der Priestermangel immer gravierender und Gemeinden werden zu grossen Pastoralräumen. Ich denke, das ist keine positive Entwicklung.» 


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