Nora Gomringer: «Die meisten Menschen haben ein Problem mit dem Freisein»

Sie ist eine der renommiertesten Dichterinnen und gehört zu den wenigen Kulturschaffenden, die sich öffentlich zum Katholizismus bekennen. Im Podcast «Laut + Leis» spricht Nora Gomringer auch über ihr Verhältnis zum Religiösen:

«Es gibt neue evangelikale Strömungen, die ich als geradezu unheimlich manipulativ empfinde. Na gut, es gibt natürlich auch Kritiker, die mir sagen: Ja, aber der Katholizismus macht nichts anderes. Es ist alles dasselbe Brainwashing. Und das tut mir immer weh, weil ich die Religion und auch vor allem das Verhältnis zum Religiösen als wahnsinnig offen und Menschen bejahend und positiv empfinde. Bei aller Freiheit ­– ich glaube, die meisten Menschen haben ein Problem mit dem Freisein, sich zu entscheiden, den freien Willen zu üben und damit natürlich auch Türen hinter sich zu verschliessen. Entscheidest du dich für das eine, sagst du es nicht explizit, dass das andere nicht mehr geht. Aber das ist eine Folge davon. Es ist heute wirklich schwierig für Leute zu akzeptieren, dass einfach nicht alles immer gleichzeitig geht.»

Das sagt die Dichterin, Performerin und Sängerin Nora Gomringer im Podcast «Laut + Leis». Sie lebt in Bamberg und leitet dort das internationale Künstlerhaus Concordia. (sl)


Antisemitismus: Welche Rolle spielen Christentum und Islam?

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

https://www.kath.ch/newsd/nora-gomringer-die-meisten-menschen-haben-ein-problem-mit-dem-freisein/