Präventionsstelle Bistum Chur: Nach Stefan Loppachers Abgang kommen zwei Frauen aus St. Gallen

Mit Dolores Waser Balmer und Elena Anita Furrer sind zwei neue Fachfrauen für die Präventionsarbeit des Bistums Chur angestellt worden. Beide teilen sich die Stelle zu je 50 Prozent und beginnen ab Anfang Oktober dieses Jahres. Sie treten die Nachfolge von Stefan Loppacher an.

Der Churer Bischof Joseph Bonnemain hat zwei neue Präventionsbeauftragte – so die aktuelle News auf der Webseite des Bistums Chur. Die beiden Frauen heissen Dolores Waser Balmer und Elena Anita Furrer. Beide teilen sich die Stelle zu je 50 Prozent und führen die Präventionsarbeit im Bistum Chur ab Anfang Oktober 2024 weiter. Stefan Loppacher hatte den Job nach Differenzen zur Unabhängigkeit der Präventionsstelle auf Ende August gekündigt.

Dolores Waser Balmer (57) leitet aktuell die Fachstelle Diakonieanimation des Bistums St. Gallen. Kath.ch porträtierte Balmer anlässlich der Namenstag-Serie vor zwei Jahren. Nach ihrer Ausbildung zur Pflegefachfrau HF arbeitete sie unter anderem in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Sie leitete das Kinderschutzzentrum St. Gallen und ist Dozentin an der BZSG St. Gallen zu den Themen Kindesmisshandlung, Erziehung im Kontext verschiedener Kulturen und Kommunikation mit Jugendlichen.

2016 wurde sie mit dem Mandat zur Einführung eines Schutzkonzeptes im Bistum St. Gallen betraut und ist dort Mitglied der Kommission Schutz und Prävention. Im Auftrag von Bischof Markus Büchel war sie von 2016 bis 2021 Ansprechperson des Fachgremiums gegen sexuelle Ausbeutung im Bistum St. Gallen.

Theologin und Ausbildnerin für Armeeseelsorge

Auch die 30-jährige Theologin Elena Anita Furrer war zuvor beim Bistum St. Gallen angestellt. Sie leitete dort zwei Jahre lang den 2021 neugeschaffenen Fachbereich junge Erwachsene/Berufungspastoral. Ihr Studium absolvierte sie an den Universitäten Freiburg (Schweiz) und Zürich und vertiefte sich zudem in den Bereichen Rechts- und Islamwissenschaften.

Seit November 2023 ist sie in der Schweizer Armee für die Rekrutierung, Aus- und Weiterbildung der zukünftigen Armee-Seelsorgerinnen und -Seelsorger zuständig. Sie verfügt laut Mitteilung des Bistums über fundierte Erfahrungen in der Projektleitung und Erwachsenenbildung.

Weiter heisst es in der entsprechenden Mitteilung, dass Bischof Bonnemain froh sei, mit Waser Balmer und Furrer eine Doppelleitung zu präsentieren, die die fachlichen Qualifikationen und die geforderten Kenntnisse des dualen Systems der katholischen Kirche mit sich bringe und sich in idealer Weise ergänze.

Waser Balmer bringe eine lange Erfahrung im Bereich der Prävention von Macht- und sexuellem Missbrauch im Kontext der katholischen Kirche mit; Furrer sei «eine Theologin, die gewohnt ist, im Bereich der Ausbildung und Leitung einer grossen Organisation wie die Schweizer Armee zu wirken».

Engere Zusammenarbeit bei Prävention

Die beiden Frauen treten die Nachfolge von Stefan Loppacher an, dem bisherigen Präventionsbeauftragten des Bistums Chur. Dieser hatte seine Anstellung kürzlich gekündigt, um sich künftig im Rahmen der nationalen Dienststelle «Missbrauch im kirchlichen Kontext» zu engagieren. Er leitete die Stelle seit 2019. Von 2020 an noch zusammen mit der Präventionsfachfrau Karin Iten, die sich in dieser Arbeit für das Bistum bis 2023 engagierte.

Im Schreiben des Bistums Chur steht, dass Bischof Bonnemain seit längerer Zeit der Überzeugung sei, dass eine engere Zusammenarbeit der drei Deutschschweizer Bistümer im Bereich der Prävention stattfinden solle. Mit den jetzigen Ernennungen werde ein wesentlicher Schritt in diese Richtung getan.

Er sei auch froh, mit der Ernennung der beiden Fachfrauen auf Anfang Oktober einen fast nahtlosen Übergang der Prävention gegen sexuelle Gewalt und Machtmissbrauch im Bistum Chur gewährleisten zu können, heisst es in der Mitteilung.

Im Schreiben steht weiter: Wie bis anhin werde die Prävention im Bistum Chur finanziell von den sieben staatskirchenrechtlichen, kantonalen Körperschaften getragen. Die Anstellung erfolge über die kantonale Körperschaft Zürich. Fachlich und strategisch sind die beiden neuen Präventionsbeauftragten direkt dem Diözesanbischof unterstellt. (sas)


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https://www.kath.ch/newsd/das-bistum-chur-hat-zwei-neue-fachfrauen-fuer-die-praevention/