Die Präsidentin des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes sagt in der SRF-Sendung «Persönlich», weshalb sie sich in der katholischen Kirche engagiert, in der Männer die wichtigsten Ämter innehaben.
«Das weckt Widerstand in mir. Das kitzelt mich auch. Das Dreieck zwischen Politik, Kirche und Frauen interessiert mich am meisten. Denn da ist ein Brennpunkt, wo es noch etwas zu verändern gibt. Es gibt ganz viele Menschen, die mich fragen: Wieso bist du überhaupt noch dabei? Ich überlasse diese Institution, beziehungsweise diese traditionell geprägte Gemeinschaft, die spirituell, sozial und diakonisch unterwegs ist, nicht den Ewiggestrigen (Publikum applaudiert, Red.).
«Da ist eine Tradition, die Teil meiner Identität ist, die ich nicht einfach loslassen mag.»
Ganz viele Leute würden sich freuen, wenn ich austräte. Sie würden sagen: Jawohl, wieder eine weg, die Widerstand macht. Dann können wir wirklich unser katholisches Süppchen kochen – oder anders gesagt: das wahre Katholische pflegen. Diesen Gefallen tue ich ihnen nicht. Denn ich merke: Da sind so viele Ressourcen da. Da sind Menschen da, die sich engagieren in der Gesellschaft. Da sind Gebäude da. Da ist eine Tradition von miteinander Feiern, miteinander Leben, miteinander politisch Tätigsein, die mich sehr stark geprägt hat, die Teil meiner Identität ist, die ich nicht einfach loslassen mag. Es gibt für mich auch nicht gerade eine Alternative, wo ich mir sage: Ja, ich gehe da raus und gehe da rein. Das gibt es nicht.»
Simone Curau-Aepli war am Sonntag gemeinsam mit dem Schriftsteller Usama Al Shahmani zu Gast in der SRF-Sendung «Persönlich». Sie berichtete über ihren besonderen Charakterzug, «eine gewisse Schamlosigkeit», und ihre Zeit in der Mädchensekundarschule St. Katharina bei den Dominikanerinnen in Wil SG. (rp)
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