RKZ-Präsident: «Stefan Loppacher ist der absolut richtige Mann»

Stefan Loppacher übernimmt die Leitung der neuen nationalen Dienststelle «Missbrauch im kirchlichen Kontext». Doch kommt Loppacher damit nicht vom Regen in die Traufe – schliesslich reden bei dieser neuen Stelle wieder die Bischöfe mit. RKZ-Präsident Roland Loos ist voll des Lobes über den zukünftigen Leiter.

Wolfgang Holz

Der Abgang von Stefan Loppacher von der Präventionsstelle des Bistums Chur hatte nicht zuletzt mit Differenzen in Sachen Unabhängigkeit zu tun. Sprich: Loppacher wollte so viel Unabhängigkeit wie möglich. Bischof Joseph Maria Bonnemain wollte die Kontrolle über die Präventionsstelle nicht aus der Hand geben.

Nicht neuer Konfliktstoff?

Ist dieses Szenario und damit neuer Konfliktstoff nicht erneut vorprogrammiert, wenn Loppacher nun die neue Dienstelle antritt? Schliesslich reden die Bischöfe der Schweizer Bischofskonferenz künftig auch wieder mit. Roland Loos, RKZ-Präsident und neuer Arbeitgeber, kann diese Frage von kath.ch verstehen.

«Er ist absolut der richtige Mann mit einer grossen Erfahrung in der Missbrauchsprävention.»

Roland Loos, RKZ-Präsident

Loos hat aber keine Bedenken. «Er ist absolut der richtige Mann mit einer grossen Erfahrung in der Missbrauchsprävention. Und er wurde von den drei Auftraggebern der Dienststelle «Missbrauch im kirchlichen Kontext » – der Bischofskonferenz, der KOVOS* und der RKZ – einstimmig in seinem neuen Amt bestätigt», versichert Loos gegenüber dem katholischen Medienzentrum kath.ch.

«Grosse Fachkompetenz»

Zudem habe Loppacher bereits zuvor auf nationaler Ebene mitgearbeitet. «Das Einzige, was zählt ist Loppachers grosse Fachkompetenz.»

Nicht zuletzt sei Bischof Bonnemain in der neuen nationalen Dienststelle erneut einer der Hauptfiguren und Entscheidungsmitträger. «Die Zusammenarbeit wird funktionieren», ist Loos überzeugt. Es habe in Chur aus seiner Sicht eben nicht mehr geklappt.

«Es ist einiges schon am Laufen, aber ja, es ist dringend nötig, dass es insgesamt schneller geht.»

Roland Loos

Wichtig für Loos ist es, dass die nationalen Massnahmen gegen Missbrauch und dessen Vertuschung so schnell wie möglich umgesetzt werden können. «Es ist einiges schon am Laufen, aber ja, es ist dringend nötig, dass es insgesamt schneller geht.» Insbesondere, was die nationale Meldestelle für Missbrauchsopfer angehe.

Es sei aber abzusehen gewesen, so Loos, dass es Zeit brauche, eine gesamtschweizerische Meldestelle auf alle Sprachregionen der Schweiz anzupassen.

Brosi freut sich

Urs Brosi, Generalsekretär der RKZ, freut sich ebenfalls über die Neuanstellung von Stefan Loppacher. «Ich freue mich, dass wir auf nationaler Ebene weiterhin auf Stefan Loppacher zählen dürfen. Denn er ist ein ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Aufarbeitung, Prävention und Intervention bei Missbrauch im kirchlichen Kontext.»

Seine Doppelkenntnisse, sowohl im Bereich des grenzverletzenden Verhaltens als auch der kirchlichen Strukturen, seien wesentlich, um die anspruchsvollen Massnahmen wirkungsvoll planen und umsetzen zu können.

«Die neue Stelle Loppachers wird neu von den drei nationalen Dachverbänden, der SBK, der RKZ und der KOVOS, gemeinsam getragen und wird bei der RKZ in Zürich angesiedelt», so Urs Brosi gegenüber kath.ch. «Die Prozente werden aufgestockt, eine zweite Teilzeitstelle wird in den nächsten Tagen ausgeschrieben. Diese Aufstockung ist nötig geworden, da die Erarbeitung der Massnahmen im Kampf gegen Missbrauch grössere personelle Ressourcen erfordern.»

*KOVOS bedeutet: Konferenz der Vereinigungen der katholischen Orden und weitere Gemeinschaften des gottgeweihten Lebens in der Schweiz


Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

https://www.kath.ch/newsd/rkz-praesident-stefan-loppacher-ist-der-absolut-richtige-mann-mit-grosser-erfahrung-und-kompetenz/