Beobachtung durch GSI: Weltgebetstag Schweiz und Alliance Sud sind empört

Der Weltgebetstag und Alliance Sud stehen auf der Liste von Akteuren, die die Gesellschaft Schweiz-Israel (GSI) im Zusammenhang mit ihren Äusserungen zum Nahostkonflikt beobachten lassen will. Diese zeigen sich wenig erfreut darüber. Dass sie «unreflektiert auf eine antisemitische Seite» gestellt werden, schmerze, sagt Vroni Peterhans, Präsidentin des Weltgebetstag Schweiz.

Barbara Ludwig

Der Weltgebetstag (WGT) ist eine globale christliche Basisbewegung mit langer Tradition. In mehr als 150 Ländern findet an jedem ersten Freitag im März ein ökumenischer Gottesdienst statt. Die Liturgie und das Material werden jedes Jahr von einem anderen regionalen Komitee erarbeitet. Für das Jahr 2024 hatten palästinensische Frauen die Liturgie vorbereitet. Dieses Jahr feierten die Frauen am 1. März, auch in der Schweiz.

Vroni Peterhans ist Präsidentin des WGT Schweiz. Sie zeigt sich gegenüber kath.ch empört darüber, dass der Weltgebetstag auf der Liste der Gesellschaft Schweiz-Israel (GSI) gelandet ist. Die GSI will eine Reihe von Institutionen im Zusammenhang mit ihren Äusserungen zum Nahostkonflikt beobachten lassen, wie am Dienstag durch einen Artikel im «Tages-Anzeiger» und weiteren Zeitungen bekannt wurde. Dabei steht auch der Vorwurf des Antisemitismus gegenüber diesen Institutionen im Raum.

«Ich hoffe, dass sich die Fronten nicht noch mehr verhärten.»

Vroni Peterhans, Präsidentin Weltgebetstag Schweiz

«Unser klares Anliegen am 1. März war das Bitten um Frieden im Nahen Osten mit den Gebeten von palästinensischen Frauen unter dem Titel ‹… durch das Band des Friedens› und dieses Gebet machte nicht Halt an Grenzen oder bei Ethnien oder Ländern», schreibt die Präsidentin des Weltgebetstag Schweiz auf Anfrage.

Dass man nun «unreflektiert auf eine antisemitische Seite» gestellt werde mit dieser Auflistung der zu beobachtenden Organisationen, schmerze sehr. «Ich hoffe sehr, dass sich gerade durch dieses ungeschickte Vorgehen von Herrn Blum die Fronten nicht noch mehr verhärten.»

Blum habe vorgängig nicht Kontakt aufgenommen mit dem WGT Schweiz, so Vroni Peterhans. In einem von ihr initiierten Telefongespräch mit Corina Eichenberger-Walther, der Zentralpräsidentin der Gesellschaft Schweiz-Israel, habe sie ihr Bedauern darüber zum Ausdruck gebracht.

«Vorwürfe sind absurd»

Auch Alliance Sud zeigt sich wenig erfreut darüber, auf der GSI-Liste zu figurieren. In einem Post auf dem Kurznachrichtendienst X (vormals Twitter) teilte die Organisation am Dienstag mit, die Vorwürfe seien «absurd». Alliance Sud sei gegen jegliche Gewalt und Diskriminierung. «Wir stehen auf Seiten der Zivilbevölkerung und zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich auf beiden Seiten für Versöhnung und Frieden einsetzen.»

Alliance Sud ist die entwicklungspolitische Lobbyorganisation von sieben Hilfswerken. Dazu zählen nebst den katholischen Hilfswerken Fastenaktion und Caritas Schweiz auch das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (Heks), Swissaid, das Kinderhilfswerk Terre des Hommes, Helvetas und Solidar Suisse.


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