Medienmitteilung
Ein neues Trägerschaftsmodell soll die Zukunft des Pilgerortes und des Benediktinerklosters Mariastein sichern. Ein Element dieses Modells ist die Fusion der drei Aktiengesellschaften Hofgut Mariastein, Beneficentia und Hotel Restaurant Post zu einer neuen Mariastein Betriebs AG, deren Eigentümer das Benediktinerkloster Mariastein ist.
In der Mariastein Betriebs AG werden neu alle Tätigkeiten wirtschaftlicher Art zusammengefasst, ausserdem Supportdienste wie nichtpastorale Angebote, Services, Kommunikation und Marketing. Der Verwaltungsrat setzt sich zusammen aus Thomas Ziegler, Anwalt und Oekonom, Ludwig + Partner AG, Grellingen, als Präsident, Abt Peter von Sury als Vertreter des Benediktinerklosters, Johann Rudolf Meier, Hotelier, Gastrounternehmen Berest AG, Basel, Theo Seckinger, Jurist und Unternehmer, Riehen, und Susanne Winkler, Finanz- und Nachhaltigkeitsexpertin; Inhaberin Consilium Winkler, Binningen, Geschäftsführer ist Florian Dolder, zugleich Leiter der Klosterbetriebe Mariastein.
Eine eigene alte Rechtsform
Seit 1636 tragen die Benediktinermönche die Verantwortung für den Pilgerort und das Kloster Mariastein. Die voraussehbare demografische Entwicklung des Konvents ruft nach Massnahmen, um die Zukunft von Mariastein zu sichern und die Gemeinschaft der Mönche zu entlasten. Das Benediktinerkloster Mariastein ist vom Kanton Solothurn als öffentlich-rechtliche Körperschaft alten Rechts anerkannt. «Alten Rechts» weist auf die Tatsache hin, dass das Kloster vor Inkrafttreten des Schweizerischen Zivilgesetzbuches 1912 eine von der Öffentlichkeit anerkannte Körperschaft bildete. Der jeweilige Abt des Klosters ist Träger der Rechte und Pflichten und fungiert als Rechteinhaber im Verkehr mit Behörden und Dritten.
Klostereigentum im Lauf der Geschichte
Im Lauf dieser bald vierhundert Jahre haben die Benediktiner von Mariastein sowohl Eigentum erworben, geerbt und geschenkt bekommen, als auch solches veräussert und getauscht. Als Folge der Französischen Revolution und der Napoleonischen Kriege verlor das Kloster grosse Teile seines Eigentums. Während des Kulturkampfs (1874) wurde es enteignet, aber 1970/71 staatsrechtlich wiederhergestellt. Heute sind die Benediktiner Eigentümer von Grundstücken und Gebäudekomplexen namens «Kloster Mariastein» in Metzerlen-Mariastein, des «Klösterli» in Beinwil und von drei Aktiengesellschaften: Hofgut Mariastein AG (Landwirtschaftsbetrieb, Klosterladen, Immobilien), Beneficentia AG (Klosterhotel Kreuz) und Hotel Restaurant Post AG (Restaurant Post).
Im Dienst der Allgemeinheit
Mariastein ist ein Pilger- und Naherholungsort für jährlich rund 250’000 Personen. Diese Aufgabe ruft nach einer geeigneten Infrastruktur sowie Angeboten in der Seelsorge, Hotellerie und Gastronomie, für Freizeit, Kultur und Bildung. Das Benediktinerkloster leistet diesen «Service public» und wendet dafür sowie für die Instandstellung der (historischen) Gebäude, für die Löhne der etwa 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und für die Bedürfnisse der Klostergemeinschaft jährlich rund 4 Millionen Franken auf. Diese Summe muss das Kloster selber erwirtschaften, es erhält keine Kirchensteuern. Diese sind für Aufgaben der Kirchgemeinden und Landeskirchen sowie der Pfarreien und Bistümer bestimmt, nicht aber für Klöster und Ordensgemeinschaften. Diese sind finanziell auf sich selbst gestellt. Für das Kloster Mariastein ist die Erwirtschaftung von jährlich rund 4 Millionen Franken eine gewaltige Aufgabe, die ohne Spenden und Zuwendungen nicht realisierbar ist – und in den letzten Jahren auch den Zugriff auf das Vermögen erforderte.
Effizienz und Rentabilität steigern
Eine der Hauptaufgaben der neuen Mariastein Betriebs AG ist die finanzielle Sicherung des Pilgerortes und des Benediktinerklosters Mariastein durch Bündelung der wirtschaftlichen Tätigkeiten, Optimierung der Prozesse und Arbeitsabläufe und durch einen erkennbaren gemeinsamen Auftritt in der Öffentlichkeit. Die neue Mariastein Betriebs AG mit einer strategischen Führung (Verwaltungsrat) und einer operativen Leitung (Geschäftsführung) wird per 1. Juni 2024 realisiert.
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