Herkunft und Bräuche an Auffahrt

Christi Himmelfahrt war in den ersten Jahrhunderten mit dem Pfingstfest verbunden. Im vierten Jahrhundert entwickelte sich ein eigenständiges Fest. Doch was haben Zigarrenfabrikanten und Metzger damit zu tun?

40 Tage nach Ostern feiern die Christen das Fest Christi Himmelfahrt. Das Lukas-Evangelium und die von Lukas verfasste Apostelgeschichte beschreiben das Geschehen in der Bibel so: Nachdem Jesus mit seinen Jüngern gesprochen hatte, «wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken».

Nach der Erklärung des katholischen Weltkatechismus bezeichnet die Himmelfahrt den «endgültigen Eintritt der menschlichen Natur Jesu in die göttliche Herrlichkeit». Dies wird in der Sprache der Bibel durch die Rede von der Wolke und vom Himmel ausgedrückt.

Prozessionen durch Felder

Die Feier der Himmelfahrt Christi war in den ersten Jahrhunderten mit dem Pfingstfest verbunden. Seit dem vierten Jahrhundert entwickelte sich ein eigenständiges Fest zehn Tage davor. Im Umfeld des Himmelfahrtstages finden an vielen Orten Prozessionen durch Felder oder Weinberge statt, bei denen die Gläubigen um ein gutes Erntejahr beten.

Seit dem 17. Jahrhundert gibt es Berichte, wonach diese Umzüge oft ihren religiösen Sinn verloren und in Trinkgelagen endeten. Daraus entwickelten sich seit dem 19. Jahrhundert in manchen Grossstädten «Schinkentouren»: Fuhrunternehmer organisierten Ausflugsfahrten mit Pferdefuhrwerken aufs Land. Frauen waren bei diesen Herrenpartien nicht zugelassen. In den 1930er Jahren propagierten holländische Zigarrenfabrikanten und Metzger am Himmelfahrtstag den Vatertag. (kna)


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