Kurz vor dem Jahreswechsel noch ein schmerzlicher Verlust: In Solothurn ist Anton Cadotsch verstorben. Der ehemalige Generalvikar des Bistums Basel und Sekretär der Schweizer Bischofskonferenz hatte erst im Juli seinen 100. Geburtstag gefeiert.
Sarah Stutte
Anton Cadotsch wurde am 7. Juli 1923 in Grenchen SO geboren und studierte ab 1946 am Päpstlichen Seminar Germanicum et Hungaricum in Rom Theologie. Dort wurde er 1950 zum Priester geweiht und studierte anschliessend bis 1955 in Paris, wo er das theologische Doktorat erlangte.
Danach war er unter anderem als Vikar in der Pfarrei St. Marien in Bern tätig, wirkte als Subregens im Ausbildungsteam des Priesterseminars in Luzern und 17 Jahre lang als Religionslehrer an der Kantonsschule in Solothurn.
Auch als Vorsitzender des Präsidiums der Synode 72. setzte er sich von 1972 bis 1975 aktiv für die Kirche, die Ökumene und den interreligiösen Dialog ein. Damals – so sagte er in einem Gespräch mit kath.ch zu seinem 100. Geburtstag im Juli dieses Jahres – seien die Erwartungen an Reformen überall gross gewesen. Sie hätten sich aus seiner Sicht aber nur zum Teil erfüllt, weil sie nicht von «unten» mitgetragen werden konnten.
Umso engagierter setzte sich Cadotsch weiterhin in «seiner» Kirche ein – nach unten wie nach oben. Von 1976 bis 1983 war er Sekretär der Schweizer Bischofskonferenz. Als solcher organisierte er den geplanten Papstbesuch von Johannes Paul II. 1981 in der Schweiz. Doch wenige Tage vor Beginn der Papstreise wurde ein Attentat auf den Pontifex verübt. Die Reise musste verschoben werden und wurde erst 1984 nachgeholt, allerdings ohne den Halt in Solothurn.
1979 wurde Cadotsch zum Päpstlichen Ehrenprälaten ernannt und von 1983 bis 1996 war er Generalvikar im Bischöflichen Ordinariat in Solothurn. Zudem war er von 1983 bis 2000 residierender Domherr des Standes Solothurn und ab 1993 zum Dompropst des Domkapitels der Diözese Basel ernannt worden. Seit 2001 war Anton Cadotsch Ehrendomherr, nachdem er jahrelang als Domherr und Dompropst wirkte.
Mit seinen 73 Priesterjahren war Anton Cadotsch der amtsälteste Geistliche des Bistums Basel. Erst im Juli dieses Jahres feierte er stolz seinen 100. Geburtstag. Auch Bischof Felix Gmür gehörte zu den Gratulanten.
Am Mittwoch verstarb Anton Cadotsch im Tertianum Residenz Sphinxmatte in Solothurn, wo er zuvor seinen Lebensabend verbracht hatte. Das vermeldete das Bistum Basel auf seiner Webseite. Mit ihm geht auch ein Stück Kirchengeschichte.
Der Beerdigungsgottesdienst findet am Dienstag, 9. Januar 2024, um 10.00 Uhr in der St. Ursen-Kathedrale in Solothurn mit anschliessender Urnenbeisetzung im Domherrengrab bei der Kathedrale statt.
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