Erneut ist es zu einem Erdrutsch in Schwanden GL gekommen. Rund 30 Menschen mussten evakuiert werden – wobei sich 15 Personen weigern, ihr Haus zu verlassen. Wie Pfarrer Daniel Prokop gegenüber kath.ch sagt, werden die Evakuierten am heutigen Heiligabend mit ihren Familien, Bekannten und Freunden feiern können. Es gibt auch eine Weihnachtsfeier für Pensionierte und Alleinstehende.
Wolfgang Holz
Wie ist die Situation im Dorf nach dem erneuten Erdrutsch? Wie geht es den Betroffenen?
Pfarrer Daniel Prokop: Die Situation nach dem kleinen Erdrutsch hat sich in Schwanden nicht wesentlich verändert. Einige der Menschen, deren Häuser in der Gefahrenzone stehen, hoffen, dass das verbliebene Erdmaterial möglichst ohne grosse Schäden abrutscht und sie in ihre Häuser zurückkehren können.
Wo werden die Evakuierten Weihnachten feiern? Gibt es eine Feier in einer Halle oder eine kollektive Feier?
Prokop: Die Evakuierten werden Weihnachten mit ihren Familien, Bekannten und Freunden feiern. Der Kulturverein Glarus Süd hat eine Weihnachtsfeier für alle Pensionierte und Alleinstehende organisiert.
Mit welchen Worten werden Sie die Menschen in der Weihnachtspredigt zu trösten versuchen?
Prokop: Ich bin mir bewusst, dass das diesjährige Weihnachtsfest für die Betroffenen nicht so fröhlich sein wird wie die vergangenen. Wir haben einen Familiengottesdienst mit Krippenspiel mit Kindern der 1. bis 3. Klasse der Primarschule vorbereitet. Es sind die Einfachheit und die Freude, die die Kinder und das Jesuskind mitbringen, die uns helfen, uns auf das Wesentliche zu fokussieren.
«Die Betroffenen und all jene, die mit verschiedenen Schwierigkeiten im Leben konfrontiert sind, müssen sich nicht allein fühlen.»
Die Betroffenen und all jene, die mit verschiedenen Schwierigkeiten im Leben konfrontiert sind, müssen sich nicht allein fühlen. Gott ist Mensch geworden, wurde in Armut geboren und ist uns so nahegekommen. Er ist es, der uns hilft zu begreifen, dass glücklich nicht der ist, der alles hat, was er will, sondern der, der zu schätzen weiss, was er hat.
Wie hilft die Kirchgemeinde im Augenblick konkret?
Prokop: Als Pfarrgemeinde haben wir Gutscheine für die Betroffenen vorbereitet und verteilt und stehen in ständigem Kontakt mit ihnen, um ihnen in dieser schweren Zeit individuell zu helfen und sie zu unterstützen.
Das Interview wurde schriftlich geführt.
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